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08.11.2019

Alles hart erarbeitet

VON DETLEF LIEDMANN

Ein stabile Abwehr, könnte eines der Erfolgsrezepte sein. (FOTO/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Wenn die Drittligahandballer von Anhalt Bernburg an diesem Samstag in der Bruno-Hinz-Halle auf die Zweite der Füchse Berlin treffen, steht ihnen eine nahezu komplett andere Mannschaft gegenüber als in der Vorsaison. Sage und schreibe elf Akteure haben das Reserveteam des Bundesligisten verlassen. Darunter Lennart Gliese Richtung Dessau-Roßlauer HV 06. Gekommen sind acht Spieler, davon drei aus der eigenen U 19.

13 Mann stark ist der Kader der Füchse. Und jung, sehr jung. 20, 23 Jahre beträgt das Durchschnittsalter. Und bedenkt man, dass Bastien Genty mit 27 der Älteste ist, kann man sich leicht ausrechnen, wie alt die anderen sind. Oder besser, wie jung. Das lässt erwarten, dass die Spieler allesamt schnell unterwegs sind. Das bescherte ihnen einige gute Ergebnisse, aber bisher nur drei Siege. So liegen die Hauptstädter aktuell auf Platz 14 der Tabelle. Vier Zähler hinter den Bernburgern, für welche die Heimpartie gegen die Jungfüchse eine ganz wichtige ist. Erstens würden sie den Abstand zur gefährlichen Zone wahren, gegebenenfalls sogar vergrößern. Und zweitens Selbstvertrauen tanken. Denn es folgen vier Auswärtsspiele, zunächst gegen Teams aus dem unmittelbaren Tabellenumfeld Bernburgs. Dann beim Ligaprimus Dessau-Roßlau und anschließend beim HSV Hannover, derzeit auf Rang sechs.

Und alles, was die Saalestädter vorher auf dem Konto haben, kann ihnen keiner mehr nehmen. Unterschätzen freilich dürfen die Saalestädter ihre Gäste am Samstag nicht, auch wenn diese aktuell zu den Kellerkindern gehören. Bei den Niederlagen der Füchse waren ein paar ganz enge Kisten dabei. Es gab aber auch deutliche Siege. Zum Beispiel gegen Schwerin (31:22) und in Hamburg-Barmbek (35:27). Und ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Berliner gegenüber Anhalt die leicht bessere Tordifferenz aufweisen.

Ein Unterschätzen des Gegners wird es laut Trainer Martin Ostermann nicht geben. „Alles, was wir bisher erreicht haben, haben wir durch harte Arbeit erreicht. Und es wäre fatal, in dieser harten Arbeit nachzulassen", sagt er. Denn athletisch seien die Spieler in den Ausbildungsteams der Leistungszentren immer einen Schritt voraus - in Magdeburg, Leipzig oder eben auch Berlin. „Das bringt schon der ganz andere Umfang des Trainings mit sich", so Ostermann. Was die Berliner seinen Beobachtungen zufolge noch nicht hinbekommen haben, sei eine stabile und kontinuierliche Abwehr- und Torhüterleistung. „Wenn sie das auch noch schaffen, wird es richtig schwer." Aber eigentlich ist jedes Spiel schwer in der Dritten Liga.

Was er als Stärken ausgemacht hat, beschreibt Anhalts Trainer so: „Die Füchse verfügen über einen starken Rückraum und schnelle Außen fürs Konterspiel." Zudem agiere die Abwehr eher unkonventionell. Auf das alles müsse sich seine Mannschaft einstellen. Personell kann Ostermann aus dem Vollen schöpfen, wenngleich Tim Ackermann wegen seines Referendariats zurzeit nicht wie gewohnt trainieren kann. Studenten mit Ausweis und Schüler haben am Samstag freien Eintritt zu diesem Heimspiel.

Anwurf in der Bruno-Hinz-Halle am Samstag ist um 17 Uhr.

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