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28.10.2019

Am Ende wird es knapp

VON DETLEF LIEDMANN

Matija Pavlovic (links) und Steffen Coßbau halten Artjom Antonevitch vom Bernburger Tor fern.
Foto/MZ: Engelbert Pülicher

Bernburg/MZ - Dreimal haben die Handballer aus Burgwedel mit nur einem Tor Unterschied verloren. Zuletzt beim Tabellenzweiten Vinnhorst 27:28. Das Schlusslicht der Dritten Liga Nordost kann also nicht so schwach sein, wie es der Tabellenplatz vermuten lässt. Das wussten auch die Bernburger und gingen die Aufgabe am Samstag vor rund 400 Zuschauern in der Bruno-Hinz-Halle konzentriert an. Zur Pause führte Anhalt 21:14. Am Ende zitterten sich die Saalestädter zu einem knappen Erfolg mit 33:31.

„Nicht anstecken lassen, ruhig weiter spielen“, mahnte Reinhard Krause, Anhalts Präsident und vor wenigen Tagen 70 geworden, in der Pause. Denn vor der Halbzeit wurde es schon ein wenig hektisch auf der Platte. Die Burgwedeler hatten auf eine offensive Deckungsvariante umgestellt, um Matija Pavlovic sowie Steffen Coßbau und Radek Sliwka im Aufbauspiel die Räume zu nehmen. Bis dahin hatte fasst alles gepasst bei den Gastgebern. Nahezu jeder Spielzug klappte, die Würfe saßen und Nico Richter auf Rechtsaußen jubelte ein ums andere Mal. Ihn zu suchen, war ein probates Mittel, den in der Mitte hatte Burgwedel mit Maurice Dräger und Nenad Bilbija zwei Riesen stehen. Dennoch lief zunächst alles super für die Saalestädter. Nach elf Minuten hieß es 9:4. Und der Vorsprung wurde immer weiter ausgebaut, betrug beim 16:7 sogar satte neun Tore.

Den ersten Aufreger gab es vor der Pause. Doch der Treffer für Burgwedel zählte nicht. Die Zeit war abgelaufen, als der Ball auf dem Weg in Richtung Tor war. Darüber echauffierte sich Burgwedels Co-Trainer Jörg-Uwe Lütt so sehr, dass er eine Zeitstrafe kassierte, die in solch einem Fall einer der Spieler absitzen muss.

„Ich denke, in der ersten Halbzeit haben wir fast alles richtig gemacht. Wir haben nach Balleroberung schnell nach vorn gespielt und uns, glaube ich, nur einen einzigen Fehler erlaubt. Aber uns war auch klar, dass wir nach der Pause wahrscheinlich nicht auf diesem hohen Niveau weiterspielen können“, so Betreuer Marco Mansfeld. Und er sollte Recht behalten. Die Burgwedeler waren jetzt noch zupackender, noch offensiver in der Abwehr. Und das schmeckte den Saalestädtern überhaupt nicht. So wurde aus dem 21:14 plötzlich ein 23:20. Auch, weil sich die Bernburger fünf Fehlwürfe in kurzer Zeit leisteten und mehrere Anspiele zur Kreismitte nicht durch kamen.

Mit einem kleinen Zwischenspurt auf 27:22 verschafften sich die Schützlinge von Martin Ostermann, es gab vorab Blumen für ihn (Trainerdiplom), wieder etwas Luft. Mehr Sicherheit brachte das aber nicht, auch nicht die Blaue Karte gegen Marius Kastening nach einem rüden Einsteigen gegen Niklas Friedrich. Kastening, verlängerter Arm seines Vaters Friedrich, Burgwedels Trainer, hielt sich danach regelwidrig in der Nähe der Gästebank auf und coachte durch Zurufe.

Das blieb von den Schiedsrichtern Christian Kroll und Alan Schaban sowie dem Wettkampfgericht lange unbemerkt. Wie andere Dinge auch. „Am Ende ist das egal, wichtig sind die zwei Punkte“, so Mansfeld. Wenn es auch nicht so aussehen mag, habe die Mannschaft, laut des Betreuers, den Kopf immer oben behalten. Nein, ergebnismäßig sah es tatsächlich nicht so aus: 32:28, 32:29, 32:30, 32:31 hieß es. Ehe Friedrich den Endstand herstellte und die Fans in der Hinz zum wiederholten Mal heftig tobten.

SVA: Link, Stemmler - Marschall, Friedrich (5), Ackermann, Schulze (3), Sliwka (4), Grafenhorst (4), Coßbau, Grgic (1), Pavlovic (4), Richter (10/1), Godon (2)
 

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