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29.09.2017

An die Verfeinerung

VON TOBIAS GROSSE

Die Neuzugänge, wie Niklas Friedrich, "passen absolut rein", sagt Enrico Nefe. (FOTO/MZ: Hartmut Bösener)

BERNBURG/MZ - Enrico Nefe muss einige Momente seine Gedanken sammeln. Der Sportliche Leiter des SV Anhalt Bernburg sieht sich mit der Frage konfrontiert, wie er den Saisonstart des Handball-Drittligisten - drei Siege und zwei Niederlagen - einordnet. "Ordentlich", schwappt es dann aus Nefe heraus, "ich würde sagen, er war ordentlich." Allerdings: "Lieber wäre es mir gewesen, wenn wir dieses Gespräch nach dem nächsten Spiel geführt hätten." Bernburg hat am späten Samstagnachmittag (17 Uhr) den HC Erlangen II zu Gast. "Ein Sieg", findet Nefe, "und der Start wäre verfeinert."

6:4 Punkte - eine makellose Heimbilanz. Der SV Anhalt ist in der Tat ganz gut in die Saison gekommen. Enrico Nefe überblickt das Ganze aus dem Hintergrund mit Argusaugen. Der Sportliche Leiter hatte im Sommer ordentlich zu tun. Nefe hat fünf neue Spieler geholt, dazu mit Hendrik Tuschy einen zweiten Trainer installiert. Bisher, so lässt sich nach der kurzen Zeit im Pflichtspielbetrieb festhalten, waren das rundum gute Entscheidungen. "Die Neuzugänge haben bereits gezeigt, wie wichtig sie sein können", sagt Nefe, "wir haben gute Jungs geholt, die nicht nur sportlich, sondern auch menschlich herpassen." Die Neuzugänge sind für ihn das "Positivste".

Aber freilich nicht das einzige Gute aus den bisherigen fünf Partien. Die drei souveränen Heimsiege zum Beispiel, klar, kommen in einer gedachten Gegenüberstellung auch auf die Seite positiv. Dass sich die Tore in der Mannschaft breit verteilen, auch. "Das macht uns nur schwer ausrechenbar", so Nefe.

Doch bei all diesen Sachen, die so viel Zuversicht schüren, gibt es freilich auch Dinge, die noch besser werden können, besser werden müssen. Stichwort auswärts. In fremder Halle hat der SVA bisher keinen Punkt gesammelt, beide Partien verloren. "Der Fokus", sagt Enrico Nefe, "lag zu Saisonbeginn sehr auf den Heimspielen, das muss man zugeben. Da wollten wir punkten."

Nach dem jetzt erst einmal anstehenden Heimspiel gegen Erlangen II soll dann also im Derby beim SV Magdeburg II auch auswärts der Bock umgestoßen werden? "Die Sache mit dem ersten Auswärtssieg passt im Derby gegen Magdeburg doch gut rein", so Enrico Nefe, der anfügt: "Es lässt sich gar nicht vermeiden, dass wir früher oder später auch auswärts Spiele gewinnen werden."

Die Beiden, die die Mannschaft dorthin führen sollen, sind natürlich Armands Uscins und Hendrik Tuschy. Seit Saisonbeginn arbeitet der SVA mit zwei gleichberechtigten Trainern. Der Anfang .war ordentlich. Aber: "Es gibt immer etwas zu verbessern." Uscins und Tuschy leiten noch einige Trainingseinheiten getrennt. Da soll nun mehr gemeinsam passieren. "Die Kommunikation kann besser werden", so Nefe. Doch: "Das sind alles keine Sachen, die nicht aus der Welt zu schaffen sind." Und mit kleinen Verfeinerungsarbeiten wird aus "ordentlich" vielleicht bald "richtig gut".

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