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13.09.2019

Anhalt gastiert beim Krösus

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Am vierten Spieltag der Dritten Liga Nordost reisen die Handballer von Anhalt Bernburg als Vorletzter zum verlustpunktfreien Tabellenzweiten TuS Vinnhorst. Dass der Aufsteiger nach drei mehr oder minder klaren Siegen zum Auftakt so weit oben steht, überrascht schon etwas. Aber nur Uneingeweihte.

"Mich nicht", sagt Bernburgs Trainer Martin Ostermann. Denn die Vinnhorster wollen nach den Recken vom HSV Hannover zweistärkste Kraft in der niedersächsischen Landeshauptstadt werden. Auf acht Jahre verteilt sollen dafür, inklusive Neubau einer Halle, 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen. "Das ist fernab jeglicher Summen der anderen Drittligisten", sagt Ostermann. Der TuS Vinnhorst kommuniziere sehr offensiv den angestrebten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Hinter dem Verein stehen neben anderen Sponsoren auch zwei große Unternehmen, die früher zu den Geldgebern der Recken gehörten.

Was also erwartet die Bernburger am Samstag ab 16 Uhr in Vinnhorst? "Bei den Gastgebern passt eigentlich alles. Im Kader stehen einige Spieler mit Zweitligaerfahrung. Sie haben einen gefährlichen Rückraum, variable Außen und einen guten Kreisläufer", sagt Ostermann. Um dann anzuhängen: "Wir müssen gar nichts. Der Druck und die Favoritenrolle liegen klar bei Vinnhorst. Ich sehe die Gastgeber am Ende der Saison unter den ersten drei."

Es ist also eine Situation, die auch ihr Gutes haben kann für die Saale städter. Wenn alles passt. In Schwerin am vorigen Sonntag hat  es nicht gepasst. "Da sind wir zwar gut reingekommen ins Spiel. Aber dann hatten wir eine Phase, wo Schwerin jeden unserer Ballverluste gnadenlos bestraft hat." Vor allem der Innenblock habe zuviel zugelassen. "Schwerins Rückraumschützen sind teilweise aus neun, neuneinhalb Metern frei zum Wurf gekommen. Daran müssen wir arbeiten", so Ostermann, Die Mecklenburger hätten bei den Bernburgern so richtig ihren Frust abgeladen nach der Auftaktniederlage bei den Füchsen Berlin. Denn die Ansprüche in Schwerin sind hoch. Auch dort wird der Aufstieg kommuniziert.

"Dieses unbedingte Gewinnenmüssen der Schweriner hätte am Sonntag auch ein Vorteil für uns werden können. Da hätten wir aber länger dagegenhalten  müssen. Das ist 'uns nicht gelungen", so Ostermann im Resümee. Die Moral habe aber über die gesamte Spielzeit gestimmt. "Da kann ich niemandem Vorwürfe machen."

Nach drei Spieltagen hat Anhalt erst einen Sieg auf dem Konto, befindet sich damit aber in illustrer Gesellschaft. Auch Magdeburg, Schwerin, die Reinickendorfer Füchse, Hannover, Burgwedel, Oranienburg, Hamburg und Burgdorf haben erst einmal gewonnen. Vornweg marschieren im Moment Empor Rostock, Vinnhorst und der Dessau-Roßlauer HV. Aber es ist gerade mal ein Zehntel der 30 anstehenden Saisonspiele absolviert. Nach Vinnhorst, wo zuletzt gerade einmal 160 Zuschauer dabei waren, kann Ostermann sein gesamtes Personal mitnehmen. Auch Matija Pavlovic, der in Schwerin einen heftigen Schlag abbekommen hat. "Er konnte aber schon in der ersten Trainingseinheit dieser Woche wieder mit dabei sein", so Ostermann. Denn Verletzte kann er bei einem Kader von 13 Spielern nicht gebrauchen.

Für die Mannschaft von der Saale ist die Partie in Vinnhorst das dritte Auswärtsspiel in Folge. Mit den Begegnungen gegen Rostock (21. September) und Burgdorfs Zweite (28. September) folgen zwei Spiele in der heimischen Bruno-Hinz-Halle. Beginn ist da jeweils 17 Uhr.
 

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