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21.06.2018

Auf Nummer sicher

VON TOBIAS GROSSE

"Wir machen nur was, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt." Enrico Nefe, SV Anhalt Bernburg (Foto: MZ/Archiv/Bösener)

BERNBURG/MZ - Bei der gerade laufenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wurden einige Regeländerungen eingeführt. Eine davon ist wohl vielen recht unbekannt und wirkt neben Videobeweis und Co. auch eher marginal. Denn erstmals dürfen nun alle 23 nominierten Akteure eines Nationalteams auf dem Spielformular stehen, und somit können neben den Elf auf dem Platz alle zwölf Reservisten auf der Bank Platz nehmen. Wie gesagt, diese Neuerung wirkt eher marginal, sie gibt den Trainern aber mehr Handlungsspielraum. 

Andere Sportart: Im Handball dürfen 14 Spieler auf einem Spielformular stehen. Der SV Anhalt Bernburg ist dementsprechend quasi voll. Zwölf Feldspieler und zwei Torhüter stehen im Kader des Drittligisten. Und dennoch halten der Sportverantwortliche Enrico Nefe und Trainer Martin Ostermann weiterhin die Augen nach einem neuen Spieler offen! "Wir wollen das, was in der Vorsaison passiert ist, nicht noch einmal erleben", begründet Nefe, In der zurückliegenden Spielzeit hatte der SV Anhalt vor allem in der Hinserie mit enormen Verletzungspech zu kämpfen. Mehrere Partien musste der damalige Interimstrainer Enrico Nefe mit im Schnitt nur zehn Spielern auskommen. "Das wollen wir künftig vermeiden", erzählt der Sportverantwortliche. Deswegen könnte nach Radek Sliwka (Dessau-Roßlauer HV), Clemens Grafenhorst und Nicolas Berends (beide HC Aschersleben) sowie Torwart Max Mohs (SC Mägdeburg II) in diesem Sommer noch ein fünfter neuer Mann nach Bernburg kommen! Nefe betont aber: "Wir' machen nur was, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt."

Die meisten für den Drittligisten interessanten Spieler stehen mittlerweile jedoch schon unter Vertrag, Anhalt beschäftigt sich mittlerweile nur noch mit Akteuren, die von Beratern angeboten werden. Finanzielle Möglichkeiten hat Bernburg noch, denn: "Wir haben gut gewirtschaftet", betont Nefe. Er und Trainer Ostermann hören aber nur bei einer Sorte Spieler genauer hin: Rückraumspieler. Zwar sind alle drei Positionen in der Aufbaureihe beim SV Anhalt bereits doppelt besetzt - jeweils mit einem erfahrenen und einem jungen Akteur -, dennoch  würde Nefe bei einem passenden Spieler wohl zuschlagen. Passend
bedeutet aber auch: "Wir bräuchten keinen, der uns sofort weiterhilft", sagt der Sportverantwortliehe. Bernburg guckt nach einem Talent, dass schon Drittligaerfahrung hat, mindestens zwei, bestenfalls sogar alle drei Positionen im Rückraum spielen kann. "Es sollte wenn dann ein Allrounder sein", sagt Enrico Nefe.

Der Kaderplaner ist sich aber auch bewusst, dass ein weiterer Neuzugang und dann 15 Spieler im Kader nicht nur Vorteile hätte.' Wenn alle fit wären, dürfte am Spieltag ein Spieler nicht auf dem Spielprotokoll stehen und müsste hinter der Bank Platz nehmen. Enrico Nefe weiß: "Das ist sicherlich nicht förderlich." Dennoch würde der SV Anhalt noch etwas machen, um auf Nummer sicher zu gehen. Denn: "In der letzten Saison", erinnert Nefe noch einmal, "hätte es den 15. Spieler hinter der Bank bei uns gar nicht so oft gegeben, weil immer einer verletzt war."

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