Impressum | Kontakt
12.01.2018

Der gläserne Marc?

VON TOBIAS GROSSE

Mare Godon wird dem SVA erneut wochenlang fehlen. (FOTO(MZ/Archiv: Franziska Gora)

BERNBURG/MZ - Das neue Jahr 2018 ist nunmehr schon elf ganze Tage alt. Um Marc Godon ein obligatorisches "gesundes Neues" zu wünschen, könnte es dennoch bereits zu spät sein! Oder? Der 21 Jahre alte Handballer des Drittligisten SV Anhalt Bernburg lacht. Etwas überraschend ist ein sehr ehrliches Lachen - kein "Das-ist-aber-nicht-lustig-Lachen", Denn: "Das kann man eigentlich schon so sagen", findet Godon. Der 1,95 Meter große und hoch veranlagte Rückraumspieler bleibt der Pechvogel des SVA.

Rückblende: Im November 2016 kam der Schwabe, der seit Oktober 2016 in Magdeburg Sport und Technik studiert, vom Süd-Drittligisten He Oppenweiler/Backnang nach Bernburg. Das ist zeitlich ausgedrückt nun gut 14 Monate her. Oder auch: Vier Verletzungen Godons!

Beim ersten Mannschaftstraining vor etwas mehr als einer Woche ist der Rechtshänder mit seinem linken Knöchel umgeknickt. Ohne Fremdeinwirkung nach einem Sprungwurf. Die Diagnose: Bänderriss, vier bis fünf Wochen Pause - mal wieder. Godon fiel bereits in der Vorsaison wochenlang mit der glechen Verletzung aus, verpasste die komplette Sommervorbereitung mit einem gebrochenen Arm und verletzte sich in der Hinrunde auch noch mal am linken Knöchel und verpasste eine Partie.

Nun also die nächste Zwangspause. "Mittlerweile geht es dem Knöchel aber wieder einigermaßen gut", sagt Mare Godon, "und der Heilungsverlauf sollte dieses mal auch. schneller gehen. Bei mir kann ja das Band nicht mehr reißen, sondern nur das Narbengewebe. " Godon lacht, als er das erzählt. Er hat sich seine positive Art durch die vierte Verletzung in nicht mal anderthalb Jahren SV Anhalt Bernburg nicht vermiesen lassen. "Klar hatte ich viel Pech, aber ich find's jetzt auch nicht so schlimm, da die Ausfallzeit ja relativ kurz ist", sagt er.

Godon kennt es auch anders. Im Jugendbereich hat er sich schon mal das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Eine der schlimmsten Sportlerverletzungen, die eine Ausfallzeit zwischen sechs und neun Monaten nach sich zieht. "Da nehme ich lieber einen Bänderriss", sagt er. Dabei entsteht irgendwie zwangsläufig das Bild von einem unheimlich verletzungsanfälligen Spieler, von einem "gläsernen Mare". Godon revidiert: "So oft verletzt wie jetzt in Bernburg war ich noch nie." Doch: "Es gehört dazu, Handball ist ein harter Sport."
 
Nervig - klar - ist es trotz alledem immer. Wieder auszufallen, sich dann wieder ins Team arbeiten zu müssen. Zumal der 21-Jährige vor der Winterpause in einer richtig guten Verfassung war und sein großes Talent auch endlich auf das Spielfeld gebracht hatte. "Ich weiß, was ich kann" Wenn der SV Anhalt Bernburg nach seiner ziemlich verkorksten Hinrunde am Samstagabend mit einem Auswärtsspiel beim HSC Bad Neustadt in die Rückrunde startet, wird er auf dieses Talent verzichten müssen. Wie die kommenden vier, fünf Wochen auch noch, je nach Verlauf der Rehabilitation. Doch Pechvogel Mare Godon bleibt positiv: "Ich weiß ja, was ich kann", grinst er. Und eigentlich bleibt ihm nur noch eines zu wünschen: Ein gesundes neues Jahr 2018.
 

<< Zurück