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21.10.2019

Die Kraft der Geduld

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Auf die Frage, ob den Kritikern jetzt der Wind aus den Segeln genommen worden ist, will Marco Mansfeld eigentlich gar nicht antworten. Das Vorstandsmitglied des Förderkreises Anhalt Bernburg und der Betreuer der Drittligamannschaft sagt: „Kritik wird es immer geben. Aber wir sollten lieber nach vorn schauen." Und das können die Bernburger nach dem 29:26 im Spiel bei HG Hamburg-Barmbek.

Wie wichtig dieser Sieg war, zeigt ein Blick auf die anderen Ergebnisse. Denn Bernburg hat die Abstiegsränge verlassen, geht als Zwölfter in die nächste Heimpartie gegen Hannover-Burgwedel. Die Niedersachsen sind jetzt das Schlusslicht. „Aber auch diese Aufgabe muss erst einmal gelöst werden", warnt Mansfeld indes vor übertriebener Euphorie. Aber, die Mannschaft habe gelernt, geduldig zu sein. „Die Jungs wissen, dass sie in der Lage sind, Rückstände aufzuholen. Aber sie haben auch gelernt, dass sie das nicht in fünf Minuten schaffen müssen", so Betreuer Mansfeld.

Gut durchgekommen seien sie am Freitag in die Sporthalle im Hamburger Stadtteil Wandsbek. Allerdings auch schwer ins Spiel gekommen vor gerade einmal 97 Zuschauern am späten Abend. „Unsere Abwehr hat nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Und vorn haben wir zu viele Fehler gemacht." Nach dem 3:3 (4.) zogen die Hansestädter zwischenzeitlich auf 9:5 davon (11.). Beim 12:7 (15.) und 16:11 (25.) hatten die Hamburger sogar fünf Treffer Vorsprung. Doch die Saalestädter behielten den Kopf oben, kämpften sich bis zur Pause wieder auf 14:17 heran.

Nach der Pause blieben die Abstände knapp. Vor allem, weil Anhalts Abwehr jetzt kräftiger zupackte und vorn weniger Fehler gemacht wurden. Ab der 40. Minute gingen den Hamburgern laut Mansfeld die Ideen aus. „Und bei uns haben dann auch die Torhüter mehr Bälle zu fassen bekommen." Was freilich ein Ergebnis der besseren Abwehrarbeit war. „Spätestens zu diesem Zeitpunkt wussten wir, dass wir hier was mitnehmen können." Und einer, der zuletzt mehrfach in der Kritik stand, traf am Freitag siebenmal - Clemens Friedrich Grafenhorst. „Er hat gezündet."

Auch in der Vorsaison habe Grafenhorst laut Mansfeld lange gebraucht, bis er sein Leistungsvermögen abgerufen habe. „Wir hoffen, dass bei ihm der Knoten jetzt geplatzt ist", so Mansfeld.

Beim 23:23 (47.) hatten die Saalestädter erstmals wieder den Ausgleich erzielt und übernahmen durch Lucas Marschall (25:24, 53.) die Führung. Am Ende drohte es, noch einmal eng zu werden. 26:25 führte Bernburg und es waren noch knapp zweieinhalb Minuten zu spielen. Zudem hatte Steffen Coßbau eine Zweiminutenstrafe kassiert. Doch trotz Unterzahl gelangen Marschall und Nico Richter innerhalb von 40 Sekunden drei Treffer. Auch daran zeige sich laut Mansfeld, welche Entwicklung die Mannschaft genommen habe. So herrschte auf der Heimfahrt von der Elbe an die Saale trotz fortgeschrittener Stunde ausgelassene Stimmung im Bernburger Mannschaftsbus.

SVA: Stemmler, Link - Pavlovic (3), Marschall (4), Friedrich, Ackermann (1), Schulze, Sliwka (1), Grafenhorst (7), Coßbau (1), Grgic (2), Richter (9/4), Godon (1)
 

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