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05.03.2018

Die Premiere ist am Ende eines: "Geil"

VON TOBIAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Als es vorbei war, wirkte Martin Ostermann trotz der außergewöhnlichen Umstände überraschend gefasst. Handball-Drittligist SV Anhalt Bernburg, dessen Trainer der 33-Jährige seit wenigen Wochen ist, hatte gerade in der mit gut 500 Zuschauern besetzten Bruno- Hinz-Halle das Landes-Derby gegen die Youngsters des SC Magdeburg mit 27:23 gewonnen. Die Spieler des SVA stürmten wie wild aufeinander los und feierten. Die des SCM gingen enttäuscht zu Boden. Und in der Halle herrschte eine ohrenbetäubende Stimmung. Und Ostermann? Der atmete nur einmal tief durch und ging dann zu seinem Gegenüber Vanja Radie und den Schiedsrichtern für den obligatorischen Handshake. "Es ist schon eine Menge Druck abgefallen", sagte Ostermann.

Das Debüt vor heimischer Kulisse ist geglückt. Ostermann, der Neue im Anhalt-Trainer -Duo mit Armands Uscins, hat nach der erfolgreichen Premiere in Erlangen vor zwei Wochen auch das erste Spiel in Bernburg mit seiner neuen Mannschaft gewonnen. Dazu gegen den einzigen echten Derby-Gegner in der Ost-Staffel, gegen die eigene Vergangenheit - Ostermann war 2016 selber Coach der Youngsters - und mit einer in den letzten Minuten atemberaubenden Stimmung in der Halle. Einige Minuten nach dem Abpfiff war das Adrenalin bei Martin Ostermann raus, da konnte er das Ganze einordnen. "Das war geil", sagte er, "einen schöneren Einstand gibt es nicht."

Dabei hatte der SVA zu Beginn der Partie noch einige Probleme mit dem SCM 11. Vor allem in der Offensive hat Bernburg hin und wieder ein bisschen Klarheit und Struktur vermissen lassen. Das sah auch Ostermann so. "Wir hatten einen Plan", betonte der neue Coach zwar, aber: "Der ging nicht auf. Die Schwachstellen, die wir ausgemacht hatten, waren diesmal keine Schwachstellen." Es entwickeite sich so ein ausgeglichenes Spiel in der ersten Halbzeit, mit ganz leichten Vorteilen für die Gäste, die mit einer knappen 12:11-Führung in die Pause gehen konnten. In der Kabine fand Martin Ostermann dann offensichtlich die richtigen Worte. Zum einen für die gesamte Mannschaft, denn: "Wir haben unseren Plan sehr gut angepasst bekommen." Zum anderen für Rückraumspieler Mare Godon, der in den ersten 30 Minuten nur in der Abwehr zum Einsatz kam, im zweiten Durchgang aber vor allem in der Offensive eines seiner besten Spiele in mittlerweile fast eineinhalb Jahren Anhalt Bernburg machte.

Godon war "selber ein bisschen überrascht", dass er in der zweiten Halbzeit im Angriff starten durfte, sagte der 21-Jährige nach dem Spiel und grinste, "aber ich denke, ich habe meine Chance ganz gut genutzt." Sieben Treffer erzielte Godon noch und avancierte damit hinter Kapitän Steffen Cieszynski (acht) zum besten Torschützen des SV Anhalt und zu einer Art Matchwinner gegen. Magdeburg II.     '

Immer wieder war der so hoch veranlagte Godon in seiner noch kurzen Zeit in Bernburg von kleineren und größeren Verletzungen geplagt. Entsprechend glücklich war er nach dem Spiel. "Meine Erleichterung ist groß", gab er zu, "es ist nicht leicht, sich immer wieder ranzukärnpfen." Hat sich aber, wie sich zeigte, gelohnt.

SVA: Folchert. Unk (o.e); Cieszynski (8), Marschall, Kraft (1), Friedrich (2), Ackermann (2), Streitmann (o.e.) Heyer, Godon (7), Schulze (2), Richter (5/1)

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