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21.05.2019

Die Torschützenkönigin

VON CARSTEN ROLOFF

Selina Grube wurde mit 160 Toren Torschützenkönigin in der Bezirksliga. (FOTO/MZ: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Die Handball-Hallen in Bernburg sind praktisch ihr zweites Wohnzimmer. Während der Saison steht Selina Grube mindestens vier- bis fünfmal in der Woche auf dem Parkett in der Sporthalle am Eichenweg oder in der Bruno-Hinz-Halle. Die 17-jährige Gymnasiastin erledigt dabei drei Jobs in Personalunion. Sie ist Spielerin der A-Jugend des SV Anhalt Bernburg, pfeift als Schiedsrichterin Handball-Spiele und betreut außerdem die E-Junioren ihres Vereins. .

"Ich bin durch meinen Opa Klaus-Dieter mit meiner zwei Jahre älteren Schwester Jessica zum Handball gekommen und habe im Alter von vier Jahren in Calbe begonnen. Dort hatte mein Opa ein Sportgeschäft. Den Fahrdienst haben er und meine Oma Ute damals übernommen", erzählte die Bernburgerin, die sieben Jahre für die TSG aktiv war und dann zum SV Anhalt wechselte. Als D-Jugendliche gehörte sie wegen ihres Talents schon zur C-Jugend der Schwarz-Gelben und war in dieser Saison bei der weiblichen A-Jugend als eine der Jüngsten absolute Leistungsträgerin. Mit 160 Toren wurde sie Torschützenkönigin in der Bezirksliga, erzielte außerdem mit Abstand die meisten Treffer aus dem Feld. Sehr zur Freude ihres Opas, der die Mannschaft als Trainer betreut. Obwohl sie als Rechtshänderin auf einer völlig ungewohnten Position spielt - auf Rechtsaugen und damit einen ziemlich ungünstigen Wurfwinkel hat.

"Es hört sich zwar komisch an, aber ich habe damit kein Problem, treffe von Linksaußen weitaus schlechter als von der anderen Seite. Ohne die genauen Zuspiele von meinen Mannschaftskameradinnen hätte ich nie so oft ins Schwarze getroffen", so die torgefährliche Schützin, deren Team die Saison auf dem fünften Platz abschloss. "Halberstadt, Union Halle-Neustadt und der BSV Mägdeburg spielten in einer anderen Liga. Vierter hätten wir werden können, haben aber auswärts zu viele Punkte verschenkt und dreimal sehr unglücklich verloren." Das Können der Bernburgerin ist auch den Talente-Scouts aus Halle nicht verborgen geblieben, doch mit dem Sprung an die Sportschule zum SV Union hat es nicht geklappt. Beim ersten Sichtungs-Turnier war Selina Grube erkrankt, "Ich hätte vor zwei Jahren schon gern den Wechsel zum SV Union gewagt. Leider ist es dazu nicht gekommen", erklärte die Gymnasiastin, die nach erfolgreichem Abitur im kommenden Jahr auf jeden Fall in der Region bleiben und studieren möchte. In Richtung Sport-Therapie oder Sportwissenschaft soll es schon gehen, wobei die Martin Luther Universität in Halle in dieser Hinsicht eine gute Adresse ist.

Ihrem Verein möchte Selina Grube auch in den kommenden Jahren die Treue halten - als Spielerin, Fan der ersten Männermannschaft, Schiedsrichterin und Trainerin. Ihr kleiner Bruder Anthony spielt bei den E-Junioren. Sie bringt den Zehnjährigen nicht nur zum Training, sondern betreut ihn auch. Die Fortschritte sind sichtbar, zumal sich der kleine Bruder von der großen Schwester einige Tricks abschauen kann.
 

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