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16.04.2017

Die Verjüngungskur beim Drittligisten

VON TOBlAS GROSSE

Bernburg/MZ - Wenn Enrico Nefe auf Spielersuche geht, dann macht er das mit einem Plan. In den vergangenen Wochen und Monaten sah der so aus, dass der Sportliche Leiter des SV Anhalt Bernburg das Ziel hatte, die generell schon junge Drittliga-Mannschaft noch einmal ein Stück weit zu verjüngen. Allerdings auch mit Spielern, die sich schon auf gleichem oder einem ähnlich hohen Niveau bewiesen haben. Dann nämlich, „ist das Risiko überschaubar“, sagt Nefe.

Vor dem Spiel gegen den Handball Sportverein Hamburg am vergangenen Sonnabend, das der SVA mit 22:32 verlor, gab Nefe bereits die Verpflichtungen von Torhüter Florian Link und Niklas Friedrich von den Youngsters des SC Magdeburg bekannt. Und jetzt nennt er „den vorerst letzten Neuzugang“. Chris Heyer vom USV Halle hat wie Link, Friedrich und zuvor auch bereits Nico Richter von den Youngsters einen Zweijahresvertrag beim SVA unterschrieben. Und unter den vier Neuzugängen ist Heyer allerdings schon „der Haudegen“, wie Nefe lachend sagt.

Dabei ist auch der Linkshänder, der sowohl im rechten Rückraum wie auch auf Rechtsaußen spielen kann, erst im Februar 21 Jahre alt geworden. Die anderen drei jedoch werden im Laufe dieses Jahres alle erst 20. „Natürlich“, gesteht Enrico Nefe, „ist damit schon so etwas wie eine Grenze erreicht.“ Heißt: Noch jünger sollte das Team für die kommende Saison nicht werden. Nach aktuellem Stand wird es ein Durchschnittsalter von nur knapp 23 Jahren haben. „Noch jünger wäre des Guten zu viel“, betont Nefe.
Bewusst für diesen Weg entschieden

Doch er hat sich auch ganz bewusst für diesen Weg entschieden. „Wir haben das gemacht, weil ein gewisser erfahrener Stamm ja bereits da ist“, erklärt der Sportliche Leiter. Spieler wie Kapitän Steffen Cieszynski und Top-Torschütze Gabor Pulay.

Oder auch Torhüter Max Folchert und der Routinier Kilian Kraft, dessen Vertrag zwar in diesem Sommer ausläuft, der aber „zu 99,9 Prozent bleiben wird“, wie Enrico Nefe betont, und sagt: „Es ging jetzt darum, um diesen bestehenden Kern herumzubasteln.“

Zumal aber auch das Risiko, dass der SV Anhalt Bernburg eingeht, relativ gering ist. Klar sind die vier Neuzugänge alle noch ziemlich unerfahren, doch sie haben sich auch schon auf hohem Niveau bewiesen.

Kreisläufer Niklas Friedrich zum Beispiel gilt beim SC Magdeburg II als der Abwehrspezialist, spielt in der Deckung fast immer durch. „Ihn müssen wir nur im Angriff ranführen“, so Nefe. Eine Rolle, die Tim Ackermann - offensiv einer der besten Kreisläufer der 3. Liga Nord - übernehmen könnte.

Torhüter Florian Link hat beim SCM bereits Bundesliga- und Europacup-Luft schnuppern dürfen und soll „den Konkurrenzkampf im Tor anfeuern“, so Nefe. Und Chris Heyer hat in den vergangenen Saison mit dem USV Halle Drittliga-Erfahrungen gesammelt und nach dem Abstieg in dieser Oberliga-Saison einen großen Sprung gemacht.

„An Chris bin ich schon seit zwei Jahren dran“, verrät Enrico Nefe. In der jüngeren Vergangenheit hat sich Heyer aber „noch nicht so weit gefühlt“, meint der Sportliche Leiter des SV Anhalt Bernburg weiter. Nun hat sich diese Meinung geändert, wie Nefe findet zu Recht. Denn: „Chris hat sich toll entwickelt. Und hat vor allem die Qualität, beide Positionen spielen zu können.“ Gemeinsam mit Pulay und Rechtsaußen Nico Richter wird er „eine gute rechte Seite bilden“, ist sich Nefe sicher. „Wir haben an Qualität gewonnen.“

Die weiteren Neuzugänge beim SVA bedeuten zugleich aber auch weitere Abgänge. Bereits klar war, dass der Vertrag von Dusan Maric nicht verlängert werden würde. Gleiches gilt nun für Torwart Moritz Stemmler. Und auch Linkshänder Clemens Wetzel wird Bernburg verlassen. Der Rückraumspieler, der sich in den vergangenen Monaten zur Nummer eins auf Rechtsaußen entwickelt hat, geht wegen einer Ausbildung in Richtung Potsdam/Berlin. „Leider“, findet Enrico Nefe. Denn Wetzel hätte mit seinen 19 Jahren gut ins Team gepasst.

Am bevorstehenden Wochenende pausiert die 3. Liga Nord größtenteils. Auch der SVA hat spielfrei.
 

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