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11.02.2019

Drama vor Rekordkulisse

VON DETLEF LIEDMANN

Bernburg/MZ - Neun Sekunden zeigt die Uhr am Sonnabend in der Bernburger Bruno-Hinz-Sporthalle als verbleibende Spielzeit an. Anhalts Torhüter Max Mohs entschärft den letzten Rostocker Wurf. Auf der rechten Seite startet Nico Richter zum Gegenstoß.Mohs wirft ihm den Ball zu, doch Richter bekommt ihn nicht richtig unter Kontrolle. Irgendwie versucht er, das Leder an Rostocks Keeper Leon Mehler vorbeizubringen. Doch der bekommt noch die rechte Hand an den Ball und rettet den Hansestädtern den knappen Sieg.

Hängende Köpfe bei den Bernburger nach dem 19:20. Und doch konnten sie die Halle erhobenen Hauptes verlassen. Denn sie haben den Spitzenreiter der Dritten Liga Nord bis aufs Äußerste gefordert. „Wir haben nichts zu verlieren“, hatte Marco Mansfeld schon vor dem Spiel gesagt. Mansfeld betreute schon wie in der Vorwoche gegen Hannover gemeinsam mit Svajunas Kairis das Team, weil Trainer Martin Ostermann anderweitige Verpflichtungen hatte.

Müßig zu sinnieren, woran es gelegen hat, dass es am Ende nicht reichte. Letztlich fehlte wohl etwas die Kraft und damit die Konzentration. Radek Sliwka - erkältet und damit nicht uneingeschränkt leistungsfähig. Marc Godon - erstes Spiel nach drei Monaten Pause. Tim Ackermann - Aus nach 29 Minuten mit Verdacht auf Fingerbruch. Das Wischkommando musste vor 490 Zuschauern (Saisonrekord) anrücken, weil Ackermann, so viel steht fest, eine Fleischwunde erlitten hatte und einen Chirurg im Klinikum tätig werden musste.

„Ich bin auf die Leistung meiner Mannschaft sehr stolz. Wir haben bis zum Umfallen gekämpft und hätten einen Punkt mehr als verdient gehabt. Vielen Dank an die Zuschauer, die uns immer wieder nach vorn getrieben haben“, so Marco Mansfeld.

0:2 lagen die Bernburger nach vier Minuten hinten. Doch dann machten sie den Laden dicht und ließen bis zur Pause nur noch sieben Rostocker Treffer zu. 12:9 führte Anhalt nach einer halben Stunde unter der Leitung der beiden Unparteiischen Sebastian Fuß und Stefan Olsok, die schon im Dezember beim Spiel gegen Altenholz (28:31) im Einsatz waren. Ihre Entscheidungen fanden Sonnabend wie damals, aber das liegt in der Natur der Sache, nicht immer den Beifall des Publikums. Das war von Anfang an hellwach und weil auch die Rostocker ein stattliche Fangemeinde mitgebracht hatten, herrschte super Stimmung auf den Rängen.

Die trug die Bernburger lange. Zehn Minuten vor Schluss führten sie 19:18. Vielleicht wollten sie am Ende zu viel, spielten die Angriffe nicht mehr konzentriert zu Ende, waren übermotiviert? Die Bernburger werden in sich gehen. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt indes nicht. Am Sonnabend kommt mit Hildesheim, derzeit Zweiter, das nächste Spitzenteam zum Duell in die Saalestadt.

SVA: Mohs - Cieszynski (3), Kraft (1) , Marschall, Friedrich (1), Ackermann (2), Schulze (1), Sliwka, Grafenhorst (2), Coßbau (1), Richter (6/2), Godon (2)

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