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08.02.2019

Druck nicht trainierbar

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Was Nico Richter am Handball liebt? "Da kann man so richtig Emotionen rauslassen." Das brauche er. Und auch die Nähe zum Publikum. "Das treibt uns in der Hinz richtig nach vorn." Am Sonnabend werden sie das wieder brauchen, die Bernburger. Denn dann kommt mit dem HC Empor Rostock der Spitzenreiter der Dritten Liga in die Heimspielstätte des SV Anhalt Bernburg. Spitzenreiter? Kein Problem.

"Unsere Gegner müssen hier erst mal klar kommen mit der Stimmung." Die Mecklenburger Stiere haben das zu spüren bekommen, Burgwedel, Altenholz und zuletzt Oranienburg. Fünf ihrer sechs Siege haben die Bernburger zu Hause geholt. Warum nicht auch gegen Rostock gewinnen. Schließlich ging das Hinspiel gerade mal 29:33 verloren. Wie Nico Richter, 21 Jahre alt, und 1,72 Meter groß, Rostock in Erinnerung hat? "Zwei sehr starke Torhüter, gestützt auf eine bewegliche Abwehr. Und auch mit  den Angreifern kommt was auf uns zu", beschreibt er den HCE.

Vier Jahre war der in Möser aufgewachsene Richter alt, als er das ,erste Mal beim BSV 93 Magdeburg mit dem kleinen Ball in Berührung kam. "Meine Mutter hat dort Handball gespielt, meine Schwester und mein Bruder auch." Selbst der Großvater ist der Lederkugel hinterhergejagt. Eine Zeit lang habe er sich parallel auch noch als Fußballer versucht. ,;Aber so mit zehn oder elf wollte ich dann nur noch Handballer sein", erinnert sich Richter. Das schnelle Spiel habe ihn dann doch mehr fasziniert als die langen Wege auf dem Rasen. Vom BSV Magdeburg zog es ihn bald zum SeM, "weil viele meiner Freunde dort gespielt haben." Und beim se Mägdeburg feierte er mit Torhüter Florian Link, Niklas Friedrich und Julian Schulze, aktuell spielen sie wie Richter in Bernburg, 2017 die Deutsche Vizemeisterschaft. Gegner damals: Der SC DHfK Leipzig um den heutigen Nationalspieler Franz Semper.

Anschließend führte Richters Weg nach Bernburg. "Ich bin jetzt die zweite Saison hier", so der Lehramtsstudent, welcher sich auf der rechten Außenposition am wohlsten fühlt. Und am Siebenmeterpunkt. Mit 59 verwandelten Strafwürfen (bei 71 Versuchen) führt er diese Wertung in der Dritten Liga Nord an. Bei den Gesamttreffern bringt es Richter auf 134, Platz drei dieser Liga. Auf die Frage, wie oft er Siebenmeter trainiere, kommt von Richter eine überraschende Antwort: "Ganz selten. Denn den Druck, verwandeln zu müssen, kann man im Training nicht aufbauen." Und sein Geheimnis ·beim Wurf? "Ich schaue, wie beim Torwart die Füße stehen, wohin er sein Gewicht verlagert. Von dort kommt er nicht so schnell in die andere Ecke. Den Tipp habe ich von meinem Opa bekommen", plaudert Richter. Und auch darüber, was er in seiner Freizeit macht. "Ich schaue mit meiner Freundin gern Serien. Das hilft mir beim Abschalten." Aber wenn es am Sonnabend mit einem Sieg gegen Rostock klappen sollte, wird es wohl dauern mit dem Abschalten.

Gefeiert wird in jedem Fall am Sonnabend in Bernburg. Der Förderverein Bärenpower lädt Mannschaft und Mitglieder des Fördervereins ab 19 Uhr ins PEP-Bistro ein. "Wir holen unsere Weihnachtsfeier nach", sagt Michael Keitel, Vorsitzender des Fördervereins. ,,Aber jetzt nennen wir sie wohl besser Neujahrsfeier oder wie auch immer."

Anwurf des Spiels gegen Rostock ist am Sonnabend um 17 Uhr.

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