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15.04.2019

Ein kleiner Schrittzum Ziel

VON DETLEF LIEDMANN

"Ich wollte in der Auszeit noch einmal eine Botschaft senden." Martin Ostermann (FOTO/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Der Schritt war klein, aber wichtig. Anhalt Bernburg hat sein Spiel gegen die HSG Ostsee mit 28:22 gewonnen und ist damit dem Klassenerhalt in der Dritten Liga etwas näher gekommen. 445 Zuschauer in der Bruno- Hinz- Halle sahen Abstiegskampf pur. Etwas anderes konnte auch nicht erwartet werden, wenn der 13. (Bernburg) auf den Tabellenzwölften trifft und beide nur zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz haben. Was man aber durchaus erwarten darf, ist, dass der Verband bei einem Spiel dieser Brisanz seine besten Schiedsrichter schickt. Das blieb allerdings aus.

Bernburg startete wie die Feuerwehr, führte nach eineinhalb Minuten 2:1. Steffen Cieszynski und Niklas Friedrich hatten getroffen, bei einem Gegentor durch Jan Ove Litzenroth. Schon da war klar, Litzenroth müssen die Bernburger in den Griff bekommen. Denn fast alles bei der Spielgemeinschaft aus Neustadt und Grömitz lief am Samstag über die Rückraummitte, wo Litzenroth und Nico Kibat sowie Kim Colin Reiter rochierten. Die Bernburger hatten sich eine Variante überlegt, bei der Rechtsaußen Nico Richter in die Mitte zog.

Das stellte die Gäste zunächst vor einige Probleme und Bernburg konnte sich bis zur zwölften Minute leicht auf 5:2 absetzen. Doch die Fehlwurfquote war da schon viel zu hoch. Besonders Mare Godon hatte nicht seine beste Halbzeit dieser Saison erwischt. Er wollte es gut machen zum Wohle der Mannschaft und saß dann mit Tunnelblick auf der Bank, brauchte Zuspruch durch Trainer Martin Ostermann, Kilian Kraft oder Helge Geistlinger.

Die HSG Ostsee jedenfalls blieb dran, ehe Anhalt noch einmal leicht zum 10:6 vorlegte. 26 Minuten waren da absolviert und Gästespieler Mendle kassierte ei. ne Zweiminutenstrafe. Doch statt die konsequent auszunutzen und auch den letzten Angriff vor der Pause unaufgeregt zu Ende zu spielen, kassierten die Bernburger noch drei Gegentreffer. Mit einem 11:9 aus Sicht der Saalestädter ging es in die Kabinen. Die Volksseele in der Halle war da ob einiger Entscheidungen der Schiedsrichter Felix Henker und Stefan Schirmacher schon ein paar Mal hochgekocht. Zeit für alle also, sich wieder zu beruhigen.

Im zweiten Abschnitt stand Anhalts Abwehr weiter sicher und vorn wurde die Effektivität erhöht. Auch Godon fand jetzt den Faden wieder. "Grundlage unseres Erfolgs war die starke Torhüterleistung von Florian Link im Zusammenspiel mit einer starken Abwehr", so Trainer Martin Ostermann. 47 Sekunden vor Schluss nahm er noch mal eine Auszeit. Das stieß bei einigen Zuschauern auf Unverständnis und kam auch bei den Gästen nicht gut ah. "Ich wollte noch mal eine Botschaft senden", sagt er im Nachhinein. Denn das am Ende der direkte Vergleich gegeneinander den Ausschlag über Klassenverbleib oder Abstieg geben kann, hatte offenbar kaum einer auf dem Schirm. Das Hinspiel bei der HSG nämlich verloren die Bernburger 28:31. Also mussten Samstag am Ende mindestens vier Tore Vorsprung stehen. Das gelang mit dem 28:22. Durch sind die Saale städter aber zwei Spiele vor Schluss noch nicht. "Entweder, du gehörst zum oberen Drittel der Tabelle, oder du kämpfst gegen den Abstieg", so Ostermann. Allerdings habe ihm die Professionalität, mit welcher sich seine Mannschaft auf das Spiel gegen die HSG vorbereitet hat, viel Optimismus schöpfen lassen. Ostern ist spielfrei und dann geht es zu dem MTV Braunschweig.

Bernburg: Link. Mohs - Cieszynski (6),. Kraft, Marschall, Friedrich (3), Ackermann (4), Schulze, Sliwka (2), Grafenhorst (4), Coßbau, Richter (6/3), Godon (3)

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