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11.12.2017

"Eine einzige Schwächephase"

VON TOBIAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Dass Enrico Nefe die Worte fehlen, kommt nicht so oft vor. Eigentlich geht die Tendenz sogar in Richtung Null. Der Trainer des SV Anhalt Bernburg ist so etwas wie eine Art Kommunikationsgenie. Am Sonntagnachmittag aber tat auch er sich zunächst schwer, die richtigen Worte für das zu finden, was gut 24 Stunden vorher passiert war. Der Handball-Drittligist hat das letzte Spiel in der Hinrunde bei der zweiten Mannschaft des HSC
Coburg mit 25:32 verloren.
 
Nefe brauchte in der Analyse einige Sekunden, um sich zu sammeln. Dann aber sprach er klar und deutlich die Fehler an. Und das waren nicht wenige. "Seitdem ich das Amt übernommen habe, war das die schwächste Leistung, die wir abgeliefert haben", sagte der Trainer. Kurios: "Nach der besten Trainingswoche. "

Der SVA fühlte sich gut vorbereitet auf die Zweitliga- Reserve, konnte davon im Spiel aber rein gar nichts umsetzen. Schon der Start war "katastrophal", so Nefe. Anhalt lag zügig mit drei Toren hinten (4:7, 9.). Mitte der ersten Hälfte wurde es zwar für zehn Minuten besser, aber es blieb bei einem Rückstand - auch zur Pause (13:18). Und vor allem blieb es im weiteren Verlauf der Partie bei diesen nur zehn guten Minuten. "Wenn wir sonst immer davon gesprochen haben, dass wir nur eine Schwächephase im Spiel hatten", sagte Enrico Nefe deutlich, "war diesmal das ganze Spiel eine . einzige Schwächephase, die wir für zehn Minuten nur mal unterbrochen haben."

Harte Worte für eine harte Niederlage - die fünfte in Serie. Doch beim SV Anhalt krankte es in Coburg halt an allem. An der Torhüterleistung, an der Abwehr generell, am Angriff. Die vieleicht bitterste Erkenntnis aber, die Nefe ziehen musste: "Wir haben uns am Ende fast ergeben." Bernburg fand keine Einstellung zu diesem wichtigen Spiel, so der Coach. "Bei vielen waren keine 100 Prozent zu sehen, es war ein blutleerer Auftritt."

Der SVA überwintert jetzt mit nur zwei Zählern vor der Abstiegszone. Da kann man schon mal sprachlos sein.
 

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