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14.10.2019

Erster Heimsieg

VON JOACHIM SCHRÖDER

Die aggressive Deckung war die Basis des Erfolgs. (FOTO: MZ/Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Gleich nach dem Anpfiff des Drittliga-Handball-Spiels in Bernburg verwandelte sich die Bruno- Hinz- Halle am Samstag in ein Tollhaus. Der ohrenbetäubende Lärm war natürlich Ansporn für den SV Anhalt Bernburg, endlich den ersten Heimsieg der Nord-Ost-Staffel gegen den Tabellenvierten und Favoriten Eintracht Hildesheim einzufahren. Am Ende gelang das Vorhaben vor 365' Zuschauern mit 26:24 (14:12).

Von der Atmosphäre waren wohl beide Mannschaften beeindruckt. Bis zur sechsten Spielminute fiel kein Treffer. Aber dann eröffnete der Hildesheimer Lukas Schieb den Torreigen. In dieser Abtastphase glänzten die Torhüter auf beiden Seiten. Nach dem 2:2-Ausgleich (7.) neutralisierten sich beide Vertretungen weitgehend. In der zehnten Minute warf Mare Godon mit dem 4:3 zur erstmaligen Bernburger Führung ein. Danach bekamen die Zuschauer ein rassiges Kampfspiel geboten. Höhepunkt war hier nach einer Allerweltsattacke die Disqualifikation von SVA-Torjäger Mislav Grgic (12.).

Auf leisen Sohlen übernahmen die Schwarz- Gelben trotz dieses Rückschlags aber die Regie und verschafften sich einen verdienten Drei-Tore-Vorsprung zum 14:11 (28.). Die ohnehin flexibele 6:0-Deckung packte jetzt noch kräftiger, mit dem Torhüter in letzter Instanz, zu. Zum Seitenwechsel führte Anhalt mit 14:12.

Mit dem Wiederanpfiff schaltete die Heim-Sieben gleich mehrere Gänge hoch. Jeder Anhalter gab mehr als 100 Prozent. Das zog den Gästen gleich mehrere Zähne und im Handumdrehen hieß es 18:14 durch Matija Pavlovic (35). Hildesheim musste sehr viel Kräfte lassen. Die Saalestädter hielten den Vorsprung mit unbändigem Kampfgeist bis in die 54. Minute (24:21). Immer wieder lief Torhüter Florian Link mit seinen Paraden zur Höchstform auf und entschied damit das Tormann-Duell mit seinem Gegenüber für sich. Das schien entscheidend zu werden. Zuschauerin Carsta Weikert war sich sicher, "dass der erste Heimerfolg eine taktische und kämpferische Meisterleistung der kompletten Abwehr war".

Die Spannung sollte kurz vor dem Ende aber noch bis zum Siedepunkt hochkochen, denn die Eintracht-Sieben glich beim 24:24 (58.) aus. Die Partie stand nun auf des Messers Schneide. Doch die Gastgeber hielten dem nervlichen Druck stand: Treffer von Mare Godon und Niklas Friedrich sorgten für den umjubelten 26:24-Heimerfolg. Nach dem Abpfiff war auf Parkett und Rängen die Freude groß.

Besonders nah ging das auch Anhalt-Trainer Martin Ostermann, der mit der Mannschaft auf diesen wichtigen Erfolg im Abstiegskampf gebrannt hatte. Er lobte vor allem die. taktische Disziplin des Teams und war überglücklich über die beiden Punkte für Handball-Bernburg. Der minutenlange gemeinsame Jubel nach Spielende verdeutlichte den großen Zusammenhalt zwischen Fans und Mannschaft. Die Truppe hatte schon in der Vorwoche bei der knappen Niederlage. in Altenholz den richtigen Weg eingeschlagen.

Den Verantwortlichen des SV Anhalt dürften ebenfalls einige Steine vom Herzen gefallen sein. Der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze ist vor den nächsten Spielen gegen Gegner auf Augenhöhe hergestellt.

SVA: Link, Stemmler, Friedrich (4 Tore), Ackermann (3), Schulze (6), Sliwka (1), Grafenhorst, Coßbach (1), Grgic, Pavlovic (5), Richter (2/1), Godon (4).

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