Impressum | Kontakt
15.11.2019

Fokussiert aufs Derby

VON DETLEF LIEDMANN

Kann sich der SV Anhalt Bernburg in Magdeburg durchsetzen? (FOTO/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Eigentlich ist der Mittwoch trainingsfrei bei den Drittligahandballern von Anhalt Bernburg. In dieser Woche aber wurde eine Einheit absolviert. Denn die Schützlinge von Trainer Martin Ostermann müssen bereist an diesem Freitag bei der Zweiten des SC Magdeburg ran.

"Da konnten ein, zwei Studenten nicht so mittrainieren. Aber das ist nun mal nicht zu ändern", so Ostermann. Das Team sei längst fokussiert auf das Derby in der Landeshauptstadt. Nach der Heimniederlage am Samstag gegen die Zweite der Reinickendorfer Füchse habe die Mannschaft noch kurz zusammengesessen. "Da haben wir angesprochen, was nicht gut gelaufen ist. Und damit ist das Spiel für uns abgehakt", so der Trainer. Und das Fokussieren aufs Derby falle leicht. "Magdeburg ist uns da doch ganz einfach näher als die anderen Mannschaften der Liga." Das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass fast alle Spieler aus der Landeshauptstadt einst durch Ostermanns Hände gegangen sind. Denn vor seinem Engagement bei Anhalt hat er die B- und A-Jugend des SC Magdeburg trainiert.
Das könne ein Vorteil sein, müsse aber nicht. Jedenfalls weiß Ostermann eine Menge über den Freitagsgegner. "Das sind alles Spieler mit großer individueller Klasse, die ihren Weg gehen werden", sagt er. Der Mittelblock sei  groß gewachsen. Und wie alle Magdeburger Clubmannschaften lege auch die Reserve des Bundesligisten viel Wert auf schnelles Umkehrspiel. Deshalb müsse die eigene Fehlerquote im Aufbau so gering wie möglich gehalten werden. Und die Abwehr müsse stehen. "Die Magdeburger finden im Positionsangriff immer wieder Lösungen." Lösungen finden, das hat Ostermann bei seinem Team zuletzt vermisst gegen die Füchse. Da gab es zu viele Einzelaktionen.

"Wir müssen wieder als Mannschaft auftreten", fordert der Trainer. Und er fordert einen Sieg, damit Magdeburg auch nach dem Freitag in der Tabelle hinter Bernburg steht. Die Chancen scheinen nicht schlecht. Denn schaut man sich die Spiele der Saalestädter an, zeigt sich: Die Mehrzahl der Punkte wurde auswärts geholt. Deshalb ficht es Ostermann auch nicht an, dass das Spiel in Magdeburg eine von vier Auswärtspartien in Folge ist. Potsdam (29. November), Dessau (7. Dezember) und Hannover (14. Dezember) schließen sich hier an. "Den Spielplan können wir nicht ändern und müssen ihn nehmen, wie er ist", so Ostermann. Es folgen dann auch Phasen, in welchen Anhalt drei Heimspiele in Serie bestreitet. Unter anderem am Ende der Saison. Ob das ein Vorteil sein kann, wird sich zeigen. Jetzt gilt es, sich erst einmal auf das Freitagsspiel in Magdeburg zu konzentrieren. Was in dieser Woche besonders trainiert wurde? "Von jedem ein bisschen", antwortet Ostermann auf diese Frage. Ohnehin könne die Mannschaft nur über ihre Geschlossenheit zum Erfolg kommen. "Das ist das, was uns, mit Ausnahme des Spiels gegen die Füchse, in den letzten vier, fünf Wochen so stark gemacht hat."

Da der Weg nach Magdeburg, im Vergleich zu den meisten anderen Auswärtsspielen, relativ kurz ist, dürften an diesem Freitagabend auch einige Fans in die Landeshauptstadt reisen. Zwischen 350 und 450 Zuschauer werden für gewöhnlich in der Hermann Gieseler Halle gezählt. Das ist für eine zweite Mannschaft durchaus beachtlich. Das Spiel am Freitag steht unter der Leitung der Unparteiischen Matthias Misehinger und Thomas Näther. Anwurf ist um 19.30 Uhr.

<< Zurück