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13.02.2018

Geschultert durch die Halle

VON TOBlAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Wenn man auf Musik-Festivals oder Konzerten unterwegs ist, sieht man sie immer: Männer, die Frauen auf ihren Schultern tragen und damit zu einer Geißel für all diejenigen werden, die unmittelbar dahinter stehen. Da ihnen somit die Sicht . auf die Bühne versperrt ist.

Um den knapp 1,95 Meter großen Handball-Profi Gabor Pulay am zurückliegenden Sonntag auf Schultern durch die Guts-Muths-Sporthalle in Bad Blankenburg zu tragen, waren mit Niklas Friedrich und Mare Godon schon zwei kräftige Männer nötig. Nach dem 30:27-Sieg des SV Anhalt Bernburg beim HSV Bad Blankenburg schnappten sich Friedrich und Goden Pulay, und gewährten ihm diese erhöhte Sitzposition nicht, um einen besseren Überblick zu
haben. Sondern, weil es etwas und ihn zu feiern gab.

Bernburg hat sich durch diesen Auswärtssieg beim Aufsteiger ein wenig Luft im Abstiegskampf der 3. Liga Ost verschafft und zudem für einen süßen Abschied gesorgt. Und das im doppelten Sinn. Zum einen für den Ungarn Gabor Pulay, der jetzt wie bereits feststand zum Zweitligisten HC Elbflorenz Dresden wechseln wird. Zum anderen aber auch für Enrico Nefe. Nach der Verpflichtung von Martin Ostermann als neuen Trainer wird der eigentliche Sportverantwortliehe das Amt als Interimscoach nun niederlegen. Und: "Das war doch ein schöner Abschied", sagte Nefe.

Der Trainer hatte für den achten Saisonsieg vier Faktoren ausgemacht. Nummer eins war der Rückraum. 17 Tore erzielten Gabor Pulay, Steffen Cieszynski (je sieben) und Kilian Kraft (drei) in Bad Blankenburg und überzeugten vor allem in der ersten Hälfte. Dort erzielte das Trio elf der 15 Treffer und sorgte so fast im Alleingang für die Zwei-Tore-Führung zur Pause (15:13).

In der zweiten Hälfte, das war Faktor Nummer zwei, ging Bad Blankenburg dann in der Abwehr offensiver raus. Die Folge: Der SV Anhalt-Rückraum kam ein bisschen zum Erliegen, dafür hatte aber Kreisläufer Tim Ackermann immer wieder Platz und erzielte in Halbzeit zwei vier Tore. "Es war 'sehr schön zu sehen, wie viel Varianten wir hatten", so Nefe, der aber Max Folchert zum "Hauptgrund" für den Sieg ernannte.

Der Torhüter ist seit Wochen in starker Form, in Bad Blanken burg machte er das beste Spiel in den letzten Monaten und hielt 18 Bälle. "Vor allem", so Nefe, "auch Wie knapp 13 Minuten vor Schluss, als Bad Blankenburg die Partie drehte, mit zwei Toren in Führung lag (23:21); Folchert mehrere Glanztaten zeigte und den SVA in der Partie hielt.
 
Faktor vier war eine stark verbesserte Abwehr in den letzten 13 Minuten, in denen Bernburg die Partie mit einem 9:4- Lauf für sich entschied. "Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die bessere Spielanlage. Hätten wir nicht gewonnen, hätte das nur an uns gelegen", so Nefe. Der Auswärtssieg des SVA war verdient. Und eben ein schöner Schlusspunkt.

Gabor Pulay ist nun seit Montag Spieler des He Elbflorenz Dresden in der 2. Bundesliga. Und Enrico Nefe nicht mehr Trainer des SVA. Ob da auch ein wenig Wehmut mitschwingt? Nefe muss ob dieser Frage grinsen. "Bei mir ist  es wirklich ein rein lachendes Auge", sagt er. Der 44-Jährige hatte nach dem Rücktritt von Hendrik Tuschy Anfang Oktober das Traineramt übernommen. Nun übergibt er an Martin Ostermann, der Wunschlösung. Dass Nefe mit dem Team fünf der zuletzt sechs möglichen Zähler geholt hat, macht nun vieles einfacher. "Das war eine große Erleichterung." Die Beine hochlegen kann der Sportverantwortliche jetzt allerdings nicht, viel mehr geht es an seine Kernaufgabe. "Jetzt stehen die ersten Vertragsgespräche an", verrät Enrico Nefe.

SVA: Folchert, Link; Cieszynski (7), Pulay (7), Marschall, Kraft(3), Friedrich, Ackermann (4), Schneider, Heyer (2), Godon (1), Schulze (3),

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