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22.02.2019

Hart im Nehmen

VON DETLEF LIEDMANN

"Das ist die Philosophie der Füchse und darauf müssen wir uns einstellen." Martin Ostermann (FOTO/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - In der Hauptstadt wartet am Sonnabend ein schweres Stück Arbeit auf die Handballer von Anhalt Bernburg. Im Drittligaspiel treffen die Saalestädter laut ihres Trainers Martin Ostermann mit der Zweiten der Füchse Berlin auf "eine athletische Mannschaft, der wir nur mit viel Beinarbeit beikommen können." Denn körperlich, das wissen die Bornburger aus dem Hinspiel, "sind uns die Berliner deutlich überlegen", sagt Ostermann.

Die Füchse seien sehr defensiv orientiert und verfügen neben einer robusten Abwehr auch über einen starken Torhüter. Mit robust will Ostermann aber nicht unfair verstanden wissen, sonderneher zupackend. Und im Angriff würden die Berliner das sogenannte Kleingruppenspiel bevorzugen, so dass immer wieder Situationen zwei gegen zwei entstünden. "Das ist die Philosophie der Füchse und darauf müssen wir uns einstellen", fordert Ostermann von seiner Mannschaft.

Und er fordert, die Kooperation der Mannschaftsteile zu verbessern. Die war ihm besonders in der Schlussviertelstunde beim 24:26 gegen Hildesheim ein wenig zu kurz gekommen. Dabei hatten Ostermann und die Zuschauer am vergangenen Sonnabend in der Bruno-Hinz-Sporthalle lange Freude am Spiel ihrer Mannschaft. "Wir haben im Angriff kaum technische Fehler gemacht. Aber letztlich haben wir den Druck nicht lange genug hochgehalten", nennt er eine der Ursachen für die Niederlage gegen den Tabellenzweiten. Das muss gegen die Berliner besser klappen. Zumal das Hinspiel vor 346 Zuschauern in der "Hinz" 30:33 verloren ging. Denn die Bernburger haben die meisten Punkte zu Hause geholt, wollen und müssen die Scharte nun ausbügeln, um vom 14, .Platz, einem Abstiegsrang. wegzukommen.

Einer, der das Hinspiel trotz der Niederlage in guter Erinnerung behalten haben dürfte, ist Mare Godon. Er erzielte im Oktober neun Treffer. "Mare ist jemand, der auch groß gewachsene Abwehrspieler mal überwerfen kann", so Ostermann. In der Vorwoche gegen Hildesheim war die Konstellation ähnlich und Godon wurde schmerzlich vermisst. Das hatte aber nichts mit Nachwehen seiner langwierigen Ellenbogenverletzung zu tun, sondern mit seinem Studium. Jetzt ist er wieder dabei. Und auch Steffen Cieszynski sowie Radek Sliwka haben laut Ostermann gut trainiert. Vorige Woche habe er sie nur bedingt einsetzen können, weil beide wegen eines Infekts nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren.

Aber Handballer sind hart im Nehmen und auch ein wenig verrückt, was Ostermann als positives Attribut verstanden wissen will. Deshalb zählt er auch wieder auf Tim Ackermann, der sich vor zwei Wochen beim 19:20 gegen Rostock eine tiefe Fleischwunde am rechten Mittelfinger zugezogen hatte. Die Fäden sind jetzt raus. "Tim wird selbst entscheiden, ob es geht. Wir müssen im Training schauen, ob er noch Probleme mit dem Ball hat, oder ihn schon wieder sicher zu fassen bekommt", so Ostermann weiter. Einige Sorgen macht sich der Trainer noch um Kilian Kraft. Er hat Probleme mit dem Sprunggelenk, konnte nur leichtes Lauftraining auf weichem Untergrund absolvieren. Gebrauchen kann Ostermann einen solch erfahrenen Spieler immer. Und selbst wenn er nur auf der Bank sitzt, ist er immer noch ein guter Beobachter und Ratgeber.
 

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