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06.05.2019

Hexenkessel und Tollhaus

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Erst Hexenkessel, dann Tollhaus. Vor der Rekordkulisse von 666 Zuschauern sicherten sich die Handballer von Anhalt Bernburg mit einem 32:31 gegen den MTV Braunschweig den Klassenerhalt in der Dritten Liga. Wie wichtig der Sieg am letzten Spieltag war, zeigt ein Blick auf die anderen Ergebnisse.

So gewann die HSG Ostsee in Burgdorf und wäre bei einer Bernburger Niederlage an den Saalestädtern vorbeigezogen. Neben dem bereits zuvor feststehenden Absteiger DHK Flensborg müssen auch der MTV Braunschweig und die Zweite der SG Flensburg-Handewitt die Staffel der Dritten Liga verlassen.

Als Niklas Friedrich am Samstag 70 Sekunden vor Schluss zum 32:30 traf, hielt es niemand mehr auf seinem Platz in der Bruno-Hinz-Sporthalle. Weder die Bernburger Anhänger, noch die vielen mitgereisten Braunschweiger Fans. Dann kam der MTV durch Vlatko Ranogajec noch zum Anschluss. 16 Sekunden waren noch zu spielen. Anwurf Bernburg, Max Berthold spitzt dazwischen. Und kassiert eine Zeitstrafe. Denn er hatte erstens den Mindestabstand von drei Metern zum anwerfenden Spieler unterschritten und zweitens die Ausführung des Anwurfes verhindert. Die restliche Zeit spielten die Bernburger runter. Danach gab es kein Halten mehr. Während die Braunschweiger mit hängenden Köpfen auf der Bank saßen, tanzten die Bernburger ausgelassen wie kleine Kinder und genossen die Ovationen ihrer vielen Fans.

Es war der Samstag der Rückraumkanoniere. In seinem letzten Spiel für Anhalt brachte es Steffen Cieszynski, er wechselt nach Aschersleben, genau wie Mare Godon auf acht Treffer. Auf Braunschweiger Seite netzen Lasse Giese und Philipp Moritz Krause jeweils neunmal ein, Krause allerdings sechsmal vom Punkt.

Die Partie begann mit einem Lauf für Anhalt. Nach knapp acht Minuten führte Bernburg 4:1. Braunschweigs Klaas Nikolayzik war da schon gar nicht mehr dabei. Nach einem Griff an den Hals von Julian Schulze sah er schon früh die Rote Karte. Schon da war klar, dass sich die von den Braunschweiger zu diesem Zeitpunkt praktizierte offensive 3:3-Deckung nicht nur mit spielerischen Mitteln aushebeln lassen würde. Doch zunächst lösten die Bernburger das gut, ehe der MTV bis zur Pause auf 17:18 herankam. Im zweiten Abschnitt drohte das Spiel zu kippen. Braunschweig führte 23:21 (43.).

Doch die Gastgeber kämpften sich dank einer Energieleistung zurück. Zudem bekam Keeper Max Mohs jetzt doch den einen oder anderen Ball mehr zu fassen als vordem sein Kollege Florian Link. Insgesamt nur zehn Paraden und nur ein von der Abwehr geblockter Wurf sind nicht das Gelbe vom Ei. Aber: "Die Jungs haben das insgesamt gut gemacht. Wir hatten uns intensiv auf das Spiel vorbereitet und so immer Lösungsansätze. Größte Baustelle war unsere Abwehr", sagte Trainer Martin Ostermann.

Bernburg: Link, Mohs - Cieszynski (8), Kraft (1), Marschall. Friedrich (3), Ackermann (1), Schulze (1), Sliwka (1), Godon (8/1), Grafenhorst (3), Richter (6/6)
 

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