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Hochbetrieb in der Medizinabteilung

VON TOBIAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Als Kilian Kraft vor drei Wochen wenige Sekunden vor dem Ende des Heimspiels des SV Anhalt Bernburg gegen Bruchköbel (25:23) gefoult wurde, sich am Knöchel verletzte und zur Bank humpelte, wurde Enrico Nefe überraschenderweise nicht gleich übel. Denn: „Kalle", sagte der Trainer des Handball-Drittligisten damals, „ist eine Maschine. Mit viel Tape kann er im nächsten Spiel wieder spielen."

Schön wäre es gewesen für den SVA und Nefe. Doch der Coach lag daneben. Bis Freitagabend waren eben drei Wochen vergangen, und Kraft hatte beim Training noch nicht einmal wieder einen Ball in der Hand. Und auch am Freitagabend, einen Tag vor dem Spiel bei der HSG Rodgau Nieder-Roden also, hat er „nichts wildes" gemacht.

Lange Rede, kurzer Sinn. Routinier Kraft wird dem SVA auch im anstehenden Auswärtsspiel fehlen. „Mein Fokus", sagt er selber, „ist das Heimspiel gegen Leutershausen." Gegen die SG verabschiedet sich Bernburg kommende Woche von seinen Fans in die Pause, danach steht nur noch eine Auswärtspartie an.

Kilian Kraft selber ist „nicht überrascht", dass er immer noch nicht wieder eingreifen kann. Das Innenband im Knöchel hatte etwas abbekommen. „Das ist etwas gefährlicher als Außen", sagt er. Aktuell macht der 34-Jährige immer noch viel Physiotherapie.

Überhaupt könnten sie beim SVA aktuell eine eigene Medizinabteilung eröffnen, es wäre Hochbetrieb. Neben Kraft fehlt jetzt auch Torwart Max Folchert, dessen Knöchelverletzung hatte sich am Donnerstag als Außenbandanriss herausgestellt. Auch er peilt Leutershausen an.
Dann steht hinter dem Einsatz von Lukas Marschall (Knöchel) auch ein Fragezeichen, und zu allem Überfluss hat sich Kreisläufer Tim Ackermann Freitag mit der Grippe abgemeldet. Überhaupt keine guten Vorzeichen für die Reise nach Hessen.