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18.02.2019

Im Rückraum klemmt es

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - "Wieder so eine Bemme", fluchte der Ordner neben dem Zeitnehmertisch am Sonnabend in der Bernburger Bruno- Heinz- Sporthalle nach dem fünften Fehlwurfvon gefühlten 20 im gesamten Spiel.

Bemme bezeichnet hierzulande eine Scheibe Brot. Und der fehlte es in der Drittligapartie Anhalts gegen den Tabellenzweiten Eintracht Hildesheim, sie endete 24:26 aus Bernburger Sicht, zu oft am satt machenden Belag. Gegen Hildesheim muss man nicht gewinnen, hätte aber können. Genau wie eine Woche zuvor gegen Spitzenreiter Rostock (19:20). Ein Blick auf die Tabelle zeigt, wie wichtig die Punkte gewesen wären. Anhalt ist wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht.

Letztlich lag es nicht am durch die wenig überzeugenden Schiedsrichter Maik Bolus und Sven Foitzik wahrscheinlich zu Unrecht anerkannten Treffer der Hildesheimer zum 7:9 (der Ball war wohl gar nicht im Kasten). Und auch nicht am verworfenen Siebenmeter durch Nico Richter beim Stand von 21:21. Es lag vielmehr daran, dass die Bernburger nach einer klaren Führung von 8:3 (15.) das Handballspielen für die nächste Viertelstunde nahezu komplett einstellten. Da wurde, viel zu dicht an der Abwehr stehend, überhastet geworfen. So konnten die Hildesheimer um den grilligen Julius Heil immer wieder blocken und Torhüter Paul-Janis Twarz hatte leichtes agieren. Die Angriffe wurden nicht konsequent zu Ende gespielt - selbst in Überzahl. Und vor allem bekamen die Bernburger Hildesheims Heil nicht in den Griff. Mehrfach stieg er aus dem Stand zum Wurf hoch. Und was er abfeuerte, saß meistens auch, obwohl Anhalts Keeper Max Mohs wieder einen starken Tag erwischt hatte und sogar zwei Siebenmeter parierte. Heil traf trotzdem achtmal ins Netz.

"In der zweiten Halbzeit hat die Kooperation zwischen Abwehr und Torhüter nicht so gut
geklappt", sagte Trainer Martin Ostermann. Und natürlich erkannte' auch er, dass aus dem Rückraum die Trefferquote zu gering war. Doch sein Team musste über den Rückraum kommen, weil am Kreis und über Außen kaum etwas zu holen war.

"Hildesheim hat sich hinten reingestellt und auf unsere Würfe gewartet." Mit Mare Godon und Tim Ackermann musste Ostermann zudem zwei Spieler ersetzen. Obendrein konnten Radek Sliwka und Steffen Cieszynski die ganze :Woche nicht trainieren. "Hut ab vor der Mannschaft,
dass sie das alles nicht als Ausrede geltenlassen wollte. Am Ende waren es nur Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben."

Beim 12:12 zur Halbzeit und bis zur 52. Minute (22:21) war noch alles im grünen Bereich und alles möglich für die Gastgeber vor 430 Zuschauern. Nach dem 22:22 mussten die Bernburger aber kurz abreißen lassen und Hildesheim erarbeitete sich zwei Treffer Vorsprung, zog bis eineinhalb Minuten vor Schluss sogar auf 26:23 davon. Wenn auch vieles im Handball möglich ist, das war am Samstag nicht mehr wettzumachen durch Anhalt.

Bernburg: Mohs - Cieszynski (5), Kraft (2), Marschall, Friedrich (5), Schulze (1), Sliwka (2), Grafenhorst (4), Coßbau, Richter (5/4)

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