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30.08.2019

Im Verjüngungsprozess

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Das Team Stück für Stück verjüngen und attraktiven Handball spielen, um wieder mehr Zuschauer anzulocken. Mit diesem Ziel nehmen Claus Luther und Sebastian Eckert als Trainer der zweiten Mannschaft des SV Anhalt Bernburg die Saison in der Handball-Verbandsliga in Angriff. Das erste Spiel der Wappiche steigt an diesem Samstag ab 16 Uhr. Gegner in der Bruno-Hinz-Halle ist Frankleben.

"Wir streben einen stabilen Mittelfeldplatz an", sagt Luther. Vor fünf Jahren ist er als Sportlicher Leiter und Jugendkoordinator Anhalts angetreten, die entstandenen Lücken im Nachwuchsbereich aus den Jahren zuvor zu schließen. "Meine Tochter spielt selbst Handball. Und irgendwann hat sich das ergeben", sagt der 37-Jährige. Dabei hat der gebürtige Staßfurter schon vorher Spuren hinterlassen an der Saale. Als 13-Jähriger ging er nach Magdeburg aufs Sportgymnasium, . machte dort 2002 Abitur. "Und dann bin ich nach Bernburg gekommen, habe vier Jahre in der Zweiten Liga gespielt." Über Erlangen führte ihn sein Weg zurück in die Kreisstadt, wo er als Erzieher beim Verein Kids arbeitet. Seine Tätigkeit dort und sein ehrenamtliches Engagement ließen sich unter einen Hut bringen.

Und langsam, aber sicher trägt die Arbeit auch Früchte. Aus der guten A-Jugend von vor zwei Jahren sind einige Spieler nachgerückt. Und Luther glaubt, dass aus seinem Kader mit Gordon Riegler und Paul Steitmann zwei Spieler in der allergrößten Not auch mal bei der Ersten in der Dritten Liga aushelfen könnten. Aber als Ausbildungsteam sieht er die Zweite nicht. Vielleicht alle zwei, drei Jahre sei mal ein vielversprechendes Talent dabei im eigenen Verein.

Die vorerst Letzten, die den Sprung in den Kader der Ersten schafften, waren Toni Pajung und Michael Krause. Aber das ist schon lange her. Und lange Zeit galt die Zweite als bunte Mischung einstiger Haudegen, die in der Verbandsliga ihre Form halten wollten sowie Spaß und Geselligkeit pflegten. Doch um eine Verjüngung komme das Team laut Luther nicht herum. "Vor dieser Herausforderung stehen auch andere Vereine in der Verbandsliga", sagt er. Bisher gab es sogar noch eine dritte Männermannschaft im Wettspielbetrieb. Sie kämpfte' in der Bezirksliga West um die Punkte gegen Quedlinburg, Ascherslebens Zweite oder die SG ThalejWesterhausen.

In dieser Saison liegt der Spielbetrieb der Dritten, es ist eine Ü 40, mehr oder weniger auf Eis. Aber es gibt sie noch. "Sie nimmt an ein einigen Turnieren des Landesverbandes in ihrer Altersklasse teil", so Luther. Die Mannschaft ganz abzumelden, sei nicht in Frage gekommen. "Wenn in zwei Jahren die aktuelle B-Juge nd ins Erwachsenenalter kommt, müssen wir eine Alternative bieten. Sonst verlieren wir die Jungs. Und alle von ihnen werden wir nicht in der zweiten Mannschaft auffangen können", so Luther über seine nachhaltige Denkweise. Er glaubt, dass in dreieinhalb Jahren alle Altersklassen wieder besetzt sein werden - im weiblichen und männlichen Bereich. Und gibt zu, dass es auch in einer Stadt wie Bernburg schwierig sei, genügend Kinder und Jugendliche für Handball in allen Altersklassen zu begeistern.

Begeistern lautet auch das Stichwort für die zweite Mannschaft. Sie will die Zuschauer mit attraktivem Handball überzeugen. "Voll werden wir die Halle nicht bekommen. Aber mehr Zuschauer als früher wären schon schön", sagt Luther.

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