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03.02.2020

Immer wieder Godon

VON DETLEF LIEDMANN

Marc Godon (FOTO/Archiv/MZ: Engelbert Pülicher)

Bernburg/Burgdorf/MZ - Eine Woche zuvor war Marc Godon noch der tragische Held. In Rostock landete der zwölf Sekunden vor Spielende von ihm geworfene Ball am Pfosten und Drittligist Anhalt Bernburg verpasste beim 28:29 den möglichen Punkt. Am vergangenen Freitag war Godon wieder letzter Schütze, versenkte einen Siebenmeter zu dem 25:25.

Ein Wurf mitten ins Glück und zum Punktgewinn bei der Zweiten des Bundesligisten TSV Burgdorf. Und hätte er in der allerletzten Aktion des Spiels den Ball gleich im ersten Zupacken zu fassen bekommen, wäre Anhalt sogar als Sieger von der Platte gegangen. So aber verließ der Ball seine Wurfhand mitten im Schlusssignal. „Ganz klar kein Tor“, sagte dann auch Bernburgs Trainer Martin Ostermann. Und das mit dem letzten Siebenmeter habe seinen Grund in den internen Absprachen. „Wenn Nico zweimal verwirft, ist Marc dran. Und so war es in diesem Falle.“ Und Ostermann verhehlt nicht, dass sein Team gut eine Viertelstunde gebraucht habe, defensiv ins Spiel zu finden. „Im Angriff hatten wir gute Lösungsansätze, aber mit Burgdorfs Rückraum hatten wir doch Probleme.“ Und dort standen am Freitagabend mit Veit Mävers, Martin Hanne und Hannes Feise drei Spieler, die auch am Samstag im Spitzenspiel der Bundesliga zwischen Burgdorfs Erster und dem THW Kiel (25:32) zum Einsatz kamen, respektive auf der Bank saßen, auf der Platte.

Das zeigt schon, mit welchem Kaliber es Anhalt zu tun hatte. Dennoch fuchste es Ostermann, dass sein Team zur Halbzeit nur mit einem Tor führte. „Wenn wir ehrlich sind, hätten es ein, zwei Treffer mehr Vorsprung sein können. Klar geht nicht jeder Ball rein. Aber wir haben ein paar Chancen zu viel liegen lassen.“ 5:7 lagen die Saalestädter hinten, schafften dann aber die Wende. 10:8, 11:9 und 12:10 hieß es, ehe die Recken nach 27 Minuten ausglichen. Clemens Grafenhorst legte fünf Sekunden vor dem Pausensignal noch zum 13:12 vor. „Wir haben uns auch im zweiten Abschnitt an die Absprachen gehalten und in der Defensive gut gestanden. Das hat Florian Link dann auch ermöglicht, ein paar Rückraumwürfe abzuwehren“, so Ostermann.

Was aber vorn zwischen der 40. und 50. Minute abgeliefert wurde, damit war er gar nicht zufrieden. Konnte er nicht zufrieden sein. Denn seinen Schützlingen gelangen in dieser Phase gerade einmal drei Treffer. „Da wollten wir ein paar Dinge zu schön machen, statt die einfachen Lösungen zu suchen.“ Und so kam Burgdorf heran, übernahm beim 22:21 (54.) wieder die Führung, zog zwischenzeitlich 24:22 in Front (58.). Doch Godon brachte Anhalt mit zwei Treffern wieder heran, sicherte schließlich den Punkt. So schön das alles sei, monierte Ostermann, dass die Kreisläufer zu wenig in Szene gesetzt worden sind. „Da wünsche ich mir mehr den Blick für den Nebenmann“, so der Trainer. Ein Lob hatte er für Mislav Grgic, der sich in Bezug auf die Spielregie durchaus positiv entwickelt habe.

SVA: Link, Stemmler - Godon (9/2), Marschall (5), Friedrich (1), Ackermann, Schulze, Sliwka, Grafenhorst (1), Coßbau, Grgic (4), Pavlovic, Richter (5/2)
 

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