Impressum | Kontakt
05.04.2019

In der Höhle der Stiere

VON DETLEF LIEDMANN

Steffen Cieszynski ist eine der Säulen des SV Anhalt Bernburg. (FOTO: MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Wenn der Elfte beim Tabellenvierten spielt, sind die Rollen vorab verteilt. "Klar ist Schwerin der Favorit. Aber in der Rolle als Außenseiter fühlen wir uns nicht unwohl", sagt Marco Mansfeld. Der Betreuer der Handballer von Anhalt Bernburg blickt zuversichtlich auf das Drittligaspiel am Sonntag in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Trotz und auch wegen der jüngsten Bernburger Heimniederlage gegen den 1. VfL Potsdam (23:29).

"Es waren alle sehr selbstkritisch. Und jeder hat gemerkt, dass der Klassenerhalt nicht auf einer Arschbacke zu erreichen ist", sagt Mansfeld. Dass Schwerin den höchsten Zuschauerschnitt aller vier Drittligastaffeln hat, mache ihm keine Angst. "So eine Atmosphäre beflügelt uns eher und einige Fans kommen ja im Bus mit, um uns zu unterstützen." Und auch, dass mit Mark Mathias Pedersen (207 Tore) ein Schweriner bester Werfer der Dritten Liga Nord ist, beschere noch keine weichen Knie. "Wir haben das Hinspiel gewonnen. Wir wissen also, wie es geht gegen Schwerin. "

Gleichwohl beschreibt Mansfeld die Gastgeber als kampfstarke Mannschaft mit einem robusten Kader. Nicht umsonst finden sich die Stiere im Vereinsnamen. "Da müssen wir von Anfang an hochkonzentriert sein, dürfen uns nicht solche Fehler erlauben wie gegen Potsdam." Gut acht Minuten brauchten die Bernburger vor einer Woche für den ersten Treffer, weil die aggressive Abwehr der Gäste nicht zu knacken war. Auf eine ähnliche Spielweise  müssen sich die Bernburger auch in Schwerin einstellen. "Da müssen sich die Spieler gegenseitig pushen", fordert Mansfeld vorab.

Vier Spiele sind in dieser Saison noch zu absolvieren. Und die Bernburger beteiligen sich nur ungern an irgendwelchen Rechenspielen. ,,Aber die beiden Heimspiele gegen Ostsee und Braunschweig sollten wir in jedem Fall gewinnen", sagt Mansfeld. Noch lieber wäre es ihm freilich, der Klassenerhalt stünde schon nach dem 29. Spieltag fest.

Denn am 30. und letzten Spieltag gastiert Braunschweig in der Bruno-Hinz-Halle, "Und auf ein Endspiel wollen wir es nicht unbedingt ankommen lassen. Das ist immer so eine Sache", sagt Mansfeld. Da wäre ein Sieg oder zumindest ein Punkt in Schwerin hilfreich. Verzichten müssen die Bernburger am Sonntag ab 16 Uhr in jedem Fall auf Kilian Kraft und Steffen Coßbau. Ob Kraft wegen seiner Sprunggelenkverletzung diese Saison noch einmal spielt, kann im Moment keiner sagen. Coßbaus Rückkehr wird für die Partie nächste Woche gegen die HSG Ostsee erwartet.
 

<< Zurück