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09.03.2020

Intensives Videostudium

VON DETLEF LIEDMANN

Erfolgreichster Torschütze: Nico Richter (Foto/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

Bernburg/MZ - Am Ende wurde es noch mal richtig eng. „Weil wir zwei, drei Bälle zu viel haben liegen lassen“, sagt Trainer Martin Ostermann. Dennoch: Drittligist Anhalt Bernburg gewann Samstagabend bei Hannover-Burgwedel 28:27 und machte damit einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt. Einer seiner Spieler habe vor der Partie sogar davon gesprochen, dass sie Finalcharakter hätte. „Aber sie ist nur ein Teil des Finales. Noch ist nichts entschieden. Doch das, was wir dafür tun können, dass diese Entscheidung zu unseren Gunsten fällt, haben wir getan“, so Ostermann.

„Wir sind richtig gut reingekommen“, beschreibt der Trainer das Handballspiel vor 250 Zuschauern im Schulzentrum Burgwedel. Ostermann hatte mit seinen Schützlingen im Vorfeld intensives Videostudium betrieben. Denn der HHB bevorzugt eine Spielweise, die nur selten zu sehen ist. Bei Ballbesitz geht der Torwart raus und ein siebter Feldspieler kommt, um im Angriff eine Überzahlsituation zu schaffen. „Das haben wir über weite Strecken richtig gut gelöst.“

Und eigentlich wolle er aus dem Defensivverbund auch niemand herausheben, macht es dann aber doch. „Radek Sliwka hat richtig geackert und auch der Mittelblock mit Niklas Friedrich und Matija Pavlovic.“ Und natürlich Torhüter Florian Link muss erwähnt werden. Er wehrte, und der Begriff sensationell sei in diesem Zusammenhang erlaubt, in der ersten Halbzeit 65 Prozent der Bälle, die auf sein Tor kamen, ab. „Und das nicht nur im Verbund mit der Abwehr. Er hat auch bei einigen freien Würfen großartig pariert“, lobt Ostermann ihn.

Nach fünf Minuten führte Anhalt 4:1, hatte also auch in der Offensive die richtigen Lösungen. Selbst vom zwischenzeitlichen 5:4 und einem verworfenen Siebenmeter ließen sich die Saalestädter nicht aus dem Konzept bringen. „Das war von der Einstellung her sicher eines unserer besten SpieleAnzeige: Entdecke die Vielfalt von Amazon [powered by kontextR] in dieser Saison“, so der Trainer. 13:8 führte sein Team nach 30 Minuten. Burgwedel stellte sein System für den zweiten Abschnitt um, wollte die Punkte nicht kampflos abgeben.

Doch zunächst änderte das wenig. Teilweise führte Bernburg mit sechs Treffern Vorsprung. So in der 42. Minute beim 19:13, als Marc Godon und Nico Richter eine Überzahlsituation zu zwei Torerfolgen nutzten. Philip Reinsch vom Gastgeber hatte zuvor die Rote Karte gesehen. Dann drehte Burgwedel noch einmal auf, kam zwischenzeitlich bedrohlich nahe (21:23, 53.), ehe beim Bernburger 27:23 dreieinhalb Minuten vor Schluss das Spiel mehr oder weniger gelaufen schien. Aber Schein und Sein liegen beim Handball dicht beieinander. 24:27, 25:27, 26:27 - Burgwedel kam unerbittlich näher, ehe Matija Pavlovic zum Bernburger 28:26 traf und Johannes Marx fast postwendend verkürzte. 58 Sekunden waren da noch zu spielen. Die können im Handball quälend lang werden. Aber Anhalt brachte den Sieg nach Hause.

Doch nicht nur für die Mannschaft hatte Ostermann ein Lob übrig, sondern auch für die mitgereisten Fans. „Ich musste mir bei zwei Auszeiten einen Platz suchen, an dem mich meine Spieler auch verstehen, so laut waren unsere Fans bei ihrer Anfeuerung.“

Das könnte schon ein kleiner Fingerzeig in Richtung Oranienburger HC sein. Der gastiert nämlich am nächsten Samstag in der Bruno-Hinz-Halle. Mancher nennt sie ja auch die Hinz-Hölle.

SVA: Link, Stemmler - Friedrich, Marschall, Ackermann (2), Schulze (3), Sliwka (5), Grafenhorst, Coßbau, Grgic (3), Pavlovic (7), Richter (7/3), Godon (1)
 

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