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07.10.2019

Kein Interesse an Ostsee

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Und plötzlich bist du Letzter. Nach dem 27:30 beim TSV Altenholz sind die Handballer von Anhalt Bernburg auf Platz 16 der 3. Liga Nordost gerutscht. Denn zur gleichen Zeit hat .die HSG Ostsee mit einem 29:27 gegen Burgwedel ihren zweiten Sieg gelandet und ist vorbeigezogen.

"Das interessiert mich überhaupt nicht, was Ostsee macht. Der Spielplan ist jetzt so und den
kann ich nicht beeinflussen. Entscheidend ist, wie die Tabelle zum Ende der Rückrunde aussieht. Erst dann haben wir einen Vergleich", so Trainer Martin Ostermann. Dabei haben die Saalestädter zunächst alles richtig gemacht in Altenholz nahe Kiel. Vor 350 Zuschauern führten sie nach sechseinhalb Minuten 4:3. Tim Ackermann, Nico Richter, Mislav . Grgic und Radek Sliwka hatten getroffen.

Doch dann zog Altenholz das Tempo an und legte einen 3:0-Lauf hin, wobei Malte Voigt sogar noch einen Siebenmeter verwarf. Dann fing sich Anhalt wieder, blieb durch Ackermann, Sliwka und Grgic auf Tuchfühlung. Beim 8:8 (14.) glich  Matija Pavlovic aus. Und das sogar in Unterzahl. Denn Niklas Friedrich saß gerade eine Zweiminutenstrafe ab. Anhalt zerrte weiter an den Ketten, ging beim  10:9 durch Julian Schulze sogar noch einmal in Führung (16.). "Die Mannschaft hat sich ganz anders präsentiert als vor einer Woche. Es war Kampf von der ersten bis zur letzten Minute", lobte Betreuer Marco Mansfeld. Aber: ,,Als wir eine Minute vor der Pause wieder dran waren, sind uns blöde Fehler passiert und Altenholz konnte zweimal ins leere Tor werfen." Denn Nico Richter saß eine Zweiminutenstrafe ab.

Und die Bernburger nehmen in solchen Fällen den Keeper raus, um vorn sechs gegen sechs zu spielen. Da ist das Tor  verwaist und alles muss passen. Es passte eben nicht und statt des erhofften 14:14 stand zur Pause ein 16:13 für Altenholz auf der Tafel. "Das darf nicht passieren. Aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat sich nicht aufgegeben und erst mit dem Abpfiff akzeptiert, dass es nicht gereicht hat", so Ostermann.

Besonders auf der Abwehrleistung lasse sich aufbauen. Das klinge zwar doof bei 30 Gegentreffern, sei aber so. Man müsse das Spiel gesehen haben. Nicht nur das Ergebnis kennen. Auch nach vorn ging mehr als vorige Woche gegen Burgdorf. "Da haben wir die Punkte weggeworfen. So ehrlich müssen wir sein." Wenn nur diese Fehler nicht gewesen wären. "Den Rückstand haben wir die ganze zweite Halbzeit vor uns hergeschoben", so Betreuer Mausfeld. Vielleicht wäre es anders gelaufen mit einem Mislav Grgic im Vollbesitz seiner Kräfte? Spekulation. "Er hat den absoluten Zug zum Tor und wird in dieser Saison noch ganz wichtig für uns", sagt Ostermann da.

SVA: Stemmler, Link - Friedrich, Ackermann (2), Schulze (1), Sliwka (4), Grafenhorst, Coßbau, Grgic (9), Pavlovic (2), Richter (6/4) , Godon (3)

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