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24.05.2019

Kein Nachfolger in Sicht

VON DETLEF LIEDMANN

Abschied nach acht Jahren: Steffen Cieszynski. (FOTO/MT/Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Während die einen noch suchen, haben die anderen schon gefunden. Drittligist Anhalt Bernburg braucht Ersatz für Steffen Cieszynski auf der linken Rückraumposition. Oberligist HC Aschersleben meldet Cieszynski (29) als Neuzugang. "Das ist schon ein guter Mann", freut sich Ascherslebens Trainer Dmitry Filippov über den Neuen.

Warum Cieszynski von der Saale an die Eine wechselt, erzählt der einstige Bernburger Leistungsträger am Telefon. "Meine Partnerin ist beruflich stark eingebunden. Ich bin seit zwei Jahren Geschäftsführer einer Werbeinstallationsfirma und unser Sohn kommt bald in die Schule. Ich möchte sportlich kürzer treten und mehr Zeit für meine Familie haben", sagt Cieszynski. Zudem habe er als Geschäftsführer auch Verantwortung für 30 Mitarbeiter. In Aschersleben müsse er nicht mehr so oft trainieren, es gebe weniger Spiele und auch die Fahrten seien nicht so weit. All das habe eine Rolle gespielt. Aber nicht nur: "Hätte Bernburg das Angebot noch einmal nachgebessert, wäre ich vielleicht geblieben", sagt er weiter.
Doch mit dem Nachbessern ist das so eine Sache: "Wir können nur das ausgeben, was wir zur Verfügung haben", sagt Marco Mansfeld, Vorstandsmitglied des Förderkreises Anhalt Bernburg. Aus Sicht des Vereins sei es ein gutes Angebot gewesen, welches Cieszynski unterbreitet wurde.

„Aber jeder schaut da aus einem anderen Fenster", sagt Mansfeld. Und bei der Suche sei man noch nicht fündig geworden. Doch nicht nur für Cieszynski werden Ersatz gesucht, sondern auch auf der Position Rückraum Mitte für Kilian Kraft. Dieser hatte schon im März bekundet, dass er aus familiären Gründen künftig für seinen Heimatverein MTV Großenheidorn (3. Liga West) auflaufen wird. Keeper Max Mohs indes zieht es in die 2. Bundesliga. Am Dienstag hat er seinen Wechsel zum HC Elbflorenz Dresden bekanntgegeben. Viel Arbeit wartet also auf Mansfeld und seine Mitstreiter. "Es gibt viele Spielervermittler. Aber es muss finanziell und menschlich passen mit Neuverpflichtungen."

Cieszynski hat acht Jahre in Bernburg gespielt. 2011 ist er an die Saale gekommen. Aufgewachsen in Wespen, einem kleinen Dorf bei Barby, zog es ihn früh zu Eintracht Glinde, wo zu jener Zeit ein Olympiasieger Trainer war. "Es gab dort einen regelrechten Hype", erinnert sich Cieszynski. Kein Wunder: Wiegert führte Glinde zwischen 1997 und 2002 von der Bezirksklasse in die Regionalliga. Heute ist das die 3. Liga. Cieszynski fand über das Sportgymnasium sowie den SV Oebisfelde und die HG Köthen den Weg nach Bernburg und möchte die Zeit bei Anhalt nicht missen: "Es war eine schöne Zeit. Hier sind viele Freundschaften entstanden und von Spielern wie Martin Wartmann, Mantas Gudonis oder Toni Pajung habe ich viel gelernt." Gerade einmal 21 war er, als in er in Bernburg anheuerte. Über die Jahre hat sich Cieszynski zu einem Leistungsträger und einer Identifikationsfigur entwickelt, hat gelernt Verantwortung zu übernehmen. Im letzten Saisenspiel gegen den MTV Braunschweig, als es um den Klassenerhalt ging, schien er sich für manch Außenstehenden phasenweise etwas zurückzuhalten. "Aber immer, wenn es darauf ankam, hat er wieder angezogen", lobte Trainer Martin Ostermann seinen Schützling nach dem Spiel am 4. Mai.

Die Verabschiedung danach war hochemotional. Trainer hat Cieszynski über die Jahre, nicht nur in Bernburg, viele Typen kennengelernt. "Jeder hatte eine andere Art, mit den Spielern zu arbeiten. Und bei jedem habe ich etwas dazugelernt." Steffen Cieszynski hat im Laufe der Jahre auch jede Menge Spieler kennen und schätzen gelernt. Mit Wartmann und Gudonis wird er künftig in Aschersleben wieder auf der Platte stehen.

 

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