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04.11.2019

Locker ja, lässig nie

VON DETLEF LIEDMANN

Nico Richter hat beim Sieg in Oranienburg elfmal für Anhalt Bernburg getroffen. (Foto/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

Bernburg/Oranienburg/MZ - Nie in Rückstand gelegen, 27:21 gewonnen, auf Platz acht vorgerückt. Und was war das für ein Lauf zwischen der 38. und 47. Minute. Da zogen die Handballer von Anhalt Bernburg in Oranienburg von 15:15 auf 21:15 davon, sorgten für die Vorentscheidung.

„Wir sind gut reingekommen ins Spiel, hatten anfangs ein paar Probleme, Lösungen gegen die Abwehr zu finden“, so Trainer Martin Ostermann. Allerdings seien die Probleme nie so groß geworden, dass sein Team ins Hintertreffen geraten wäre. „In der zweiten Halbzeit hat es echt Spaß gemacht, zuzugucken. Tolles Rückzugsverhalten und vorn haben es die Jungs auf den Punkt ausgespielt.“ Auch Ostermann sieht die Phase zwischen 38. und 47. Minute als vorentscheidend an. „Ich glaube, da sind nur zwei unserer Bälle nicht reingegangen. Und hinten haben wir den Laden dicht gemacht. Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Und nur so kann es gehen.“ Dennoch wollte er Keeper Florian Link und Nico Richter, der vor 842 Zuschauern elfmal traf und alle sechs Strafwürfe verwandelte, herausheben. Was Ostermann auf keinen Fall machen wird, ist, die Tabelle überbewerten. „Ich habe in schlechten Phasen gesagt, die Tabelle interessiert mich nicht. Und das sage ich auch in guten Phasen. Für mich ist wichtig, wo wir bei Halbzeit dieser Saison und an deren Ende stehen.“

Klar sei die Stimmung momentan entspannt. „Aber, was wir auf der Platte zeigen, müssen wir uns Woche für Woche neu erarbeiten. Wir müssen bodenständig bleiben. Denn zwischen Lockerheit und Lässigkeit ist nur ein ganz schmaler Grat“, so Ostermann. Jeder, der am Samstag gespielt hat, habe sein Bestes gegeben. 5:1 führten die Bernburger nach zehn Minuten. Lucas Marschall, Marc Godon und Richter (je 2) hatten den Reigen eröffnet.

Im Anschluss kamen die Gastgeber bis auf 5:6 (18.) heran. Aber Mislav Grgic, Marschall und Godon hielten Anhalt in Vorhand. Beim 9:9 (25.) konnten die Oranienburger erstmals ausgleichen, blieben bis zum 15:15 (38.) dran.

Doch dann begann der Bernburger Lauf. Und das, obwohl Anhalt wegen einer Zeitstrafe gegen Sliwka zunächst in Unterzahl agieren musste. Die sechs Tore Vorsprung gaben die Saalestädter nicht mehr aus der Hand, obwohl sich Oranienburg redlich mühte, dass Spiel noch einmal offenzuhalten. Doch im Gegensatz zur Vorwoche machte Bernburg diesmal alles richtig. Gegen Burgwedel war Anhalt am Samstag zuvor nach der Pause noch mächtig in die Bredouille geraten. „Da hatten wir eine erste Halbzeit gespielt, die du nicht mehr steigern kannst“, nannte Ostermann einen der Gründe. Diesmal aber hatte Anhalt noch Luft nach oben und setzte das auch sehr gut um.

SVA: Link, Stemmler - Marschall (4), Friedrich, Ackermann, Schulze, Sliwka, Grafenhorst (4), Coßbau, Grgic (1), Pavlovic (1), Richter (11), Godon (6)
 

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