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24.01.2020

Lösungen sind gefragt

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Am Ende hat die Aufholjagd derart viel Kraft gekostet, dass die Mannschaft die Konzentration in der Schlussviertelstunde nicht mehr so hoch halten konnte, wie es erforderlich gewesen wäre gegen Vinnhorst. Und so stand eben am Ende ein 27:31 auf der Anzeigetafel.

Die nächste Aufgabe in der Dritten Liga wird nicht einfacher für die Handballer von Anhalt Bernburg. Eher noch schwieriger. Denn an der Ostsee wartet mit dem He Empor Rostock der Tabellenzweite auf die Schützlinge von Trainer Martin Ostermann. "Rostock ist neben Dessau - Roßlau ohne Frage die stärkste Mannschaft in dieser Staffel", so Ostermann.

Die Abwehr sei nicht nur groß gewachsen, sondern könne auch schnell auf verschiedene Systeme umstellen. Je nachdem, wie es die Angriffsformation des Gegners erfordert. "Da sind wir gefragt, Lösungsansätze zu finden", sagt der Trainer. Im Hinspiel (20:28) war das den Bernburgern in der ersten Viertelstunde gut gelungen, dann mussten sie Rostock ziehen lassen. Dass die Hansestädter aber nicht unschlagbar sind, zeigten am Dienstag die Mecklenburger Stiere. 21:19 gewannen sie das Nachholspiel der vierten Runde. Letztlich macht das die Aufgabe für die Saalestädter nicht einfacher. Denn die Rostocker sind nach der dritten Niederlage dieser Saison nun am Samstag in der heimischen Arena zum Siegen verdammt, wollen sie den Kontakt zu Spitzenreiter Dessau-Roßlau nicht verlieren.
Schon vorige Saison haben die Rostocker den Aufstieg verpasst. Sie wurden zwar Staffelsieger, aber in der Relegation fehlte ihnen am Ende ein Treffer zum Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Den schaffte letztlich die HSG Konstanz, derzeit 16. in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, wo auch Anhalt einst mitmischte. Nach der Niederlage gegen Vinnhorst sei die Enttäuschung laut Ostermann groß gewesen. Vor allem, weil mehr drin war. "Aber wir haben uns ein paar Fehlwürfe zu viel geleistet", nannte Ostermann einen Grund. Der andere sei gewesen, dass die Abwehr in der entscheidenden Phase nicht so stabil gestanden habe. Nicht nur, aber auch, weil mit Radek Sliwka der wahrscheinlich beste Defensivmann Anhalts gefehlt hat. "Radek ist sehr ehrgeizig, will der Mannschaft immer helfen. Vielleicht hat er nach seiner Verletzung die Belastung ein, zwei Tage zu früh hochgefahren", sagt Ostermann.

Ob er in Rostock spielt? "Radek soll sich richtig auskurieren. Das Spiel in Rostock ist sicher für den Klassenerhalt nicht entscheidend." Auch Moritz Stemmler sei noch nicht hundertprozentig fit nach seinem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel. Wenn er gebraucht werden würde auf der Torwartposition, könnte er laut Ostermann aber spielen. Beim Warmmachen vor dem Spiel gegen Vinnhorst hatten sich einige schon gefragt, warum Stammkeeper Florian Link den Daumen der rechten Hand getapt und den rechten Ellenbogen in einer Manschette verpackt hatte. "Rein prophylaktisch", so Ostermann.
Das sei auch wichtig für den Kopf, hatte sich Link doch vor der Winterpause eine Handverletzung zugezogen und konnte das letzte Spiel im alten Jahr nur unter großen Schmerzen bestreiten. Doch alles sei wieder gut. Und auch Link wird sich steigern müssen, wenn in Rostock ein achtbares Ergebnis oder sogar mehr gelingen soll. Anwurf am Samstag ist 19.30 Uhr in der Ospa-Arena, die ut 900 Zuschauern Platz bietet. 

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