Impressum | Kontakt
18.11.2019

Lücken erkannt und genutzt

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MAGDEBURG/MZ - Starker Auftritt der Bernburger Handballer: Am Freitagabend gewann Anhalt vor 726 Zuschauern darunter viele Bernburger, in der Magdeburger Hermann-Gieseler-Halle mit 25:20, rückte auf Platz neun. Dennoch bleiben die Abstände knapp in der Dritten Liga Nord-Ost. Bernburgs Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt gerade einmal vier Punkte.

Die Schützlinge von Martin Ostermann begannen in der Landeshauptstadt hochkonzentriert. Und die Abwehrreihen dominierten zunächst die Partie. 1:1 hieß es nach acht Minuten Matija wurde teilweise schon zehn, elf Meter vor dem Tor attackiert", beschreibt Trainer Ostermann die taktische Marschroute der Magdeburger gegen Anhalts Rückraumspieler Pavlovic. Er traf nur zweimal. Dafür sprangen andere in die Bresche. Kreisspieler Tim Ackermann war viermal erfolgreich, Linksaußen Julian Schulze netzte sogar fünfmal . Das sieht man ganz selten bei den Saalestädtern. Aber: „Wenn der Rückraum so früh attackiert wird, tun sich natürlich an anderer Stelle Lücken auf, am Kreis und auf den Außen. Das muss man erkennen und nutzen", so Ostermann. Und die Bernburger nutzten es. Das zeugt schon von einer positiven Entwicklung, welche die Mannschaft nach einer holprigen Startphase genommen hat. Hinzu kommt, dass Keeper Florian Link hinter einer stabil stehenden Abwehr einen Sahnetag erwischte. "Er hat wirklich stark gehalten", lobt der Trainer.
Nur eines habe ihn geärgert. 20:14 führte Anhalt in der 48. Minute. "Und dann lassen wir die Magdeburger noch einmal so dicht herankommen." Ja, sie waren ganz dicht dran die Youngster des Bundesligisten. Plötzlich hieß es nur noch 20:19 aus Bernburger Sicht. Doch die Saalestädter strafften sich wieder, zogen durch Ackermann (2), Schulze und Nico Richter wieder auf 24:19 davon.

Da waren nicht mehr ganz zwei Minuten zu spielen und der Drops gelutscht. 13:7 hatten die Bernburger zur Pause geführt. Nur sieben Gegentore in 30 Minuten. Was für eine bärenstarke Abwehr. Zwar ging die zweite Hälfte in der Einzelabrechnung 12:13 verloren. Doch das spielte am Ende keine Rolle. Zuletzt waren es oft die zweiten Halbzeiten, in denen Anhalt einbrach. Doch diesmal behielt die Mannschaft den Kopf oben. Über ein 15:9, 16:10 und 17:11 sowie 19:13 und 20:14 wurde der Abstand bei sechs Toren konstant gehalten. Bis dann die kurze Schwächephase zwischen der 49. und 54. Minute einsetzte, in welcher die Magdeburger auf 19:20 herankamen.

Aber angetrieben von den mitgereisten Fans brachten die Saalestädter die Partie nach Hause. Julian Schulze war es vorbehalten, den letzten Treffer des Spiels zum 25:20 zu erzielen. Lohn waren nicht nur zwei Punkte, sondern auch mal ein komplett freies Wochenende für das junge Team.

SVA: Link, Stemmler· Marschall, Friedrich (2), Ackermann (4), Schulze (5), Sliwka (2), Grafenhorst (1), Coßbau (1), Grgic, Pavlovic (2), Richter (6/2), Godon (2)

<< Zurück