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15.02.2020

Nicht rechnen, gewinnen

VON DETLEF LIEDMANN

Tim Ackermann konnte sich in der vorigen Woche gegen Altenholz nicht durchsetzen. (FOTO/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Acht Spiele hat Anhalt Bernburg in dieser Saison noch zu bestreiten, davon sechs gegen direkte Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt der Dritten Liga Handball. Eintracht Hildesheim, am Sonntag ab 17 Uhr Gastgeber der Saalestädter, gehört als Tabellenfünfter nicht dazu. Die jüngsten Ergebnisse haben das Feld wieder enger zusammenrücken lassen. Zwischen dem 1. VfL Potsdam auf Platz sechs und Schlusslicht HSG Ostsee liegen nur neun Punkte Differenz.

Mittendrin rangiert Anhalt Bernburg als 13. mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Die Rechnung ist also alles andere als einfach. Und sich darauf zu verlassen, dass sich die Mitbewerber gegenseitig die Punkte abknöpfen, würde fatale Folgen haben. In der vorigen Saison brachte es Bernburg auf 24 Punkte, machte den Klassenerhalt erst im letzten Spiel mit einem 32:31 gegen den MTV Braunschweig klar. „Die Punktzahl könnte auch dieses Mal reichen, aber sicher sein kann man sich natürlich nie", sagt Anhalts Präsident Reinhard Krause dazu.
Damals hatten sich die Bernburger geschworen, das dürfe so nicht noch einmal passieren. Doch die Realität ist im Moment eine andere und nach dem 26:31 gegen den TSV Altenholz vor einer Woche stecken die Schützlinge von Trainer Martin Ostermann wieder mittendrin im Schlamassel. Zwei tollen Auftritten in Rostock (28:29) und Burgdorf (25:25) folgte die klare Heimniederlage. Die Diskrepanz ist schwer erklärbar. Liegt es an der Erwartungshaltung der Fans?

Oder an der eigenen? Fakt ist: Gegen Altenholz leisteten sich die Bernburger 16 Fehlwürfe und elf technische Fehler. Beim 27:31 gegen Vinnhorst waren es 17 Fehlwürfe und neun technische Fehler. Mit dem Unterschied, dass die Saalestädter gegen den Aufsteiger am 19. Januar nur einmal geführt hatten, gegen Altenholz am Samstag indes mehrfach.

„Aber wir haben nicht konzentriert weiter gespielt", monierte Präsident Krause nach der Niederlage. Nun also geht es nach Hildesheim. Im Vorjahr wurde die Eintracht am Ende punktgleich mit Spitzenreiter Rostock Tabellenzweiter. Ins Hinspiel ging Anhalt am 12. Oktober des Vorjahres als Außenseiter, verließ die Platte nach einem 26:24 als Sieger. Es folgten drei weitere Erfolge. Sollte das noch einmal funktionieren, dann hätte Anhalt am 14. März 25 Punkte auf dem Konto und könnte den letzten drei Begegnungen gelassen entgegensehen. Aber für sollte, hätte und könnte gibt es im Handball nichts. Nur fürs haben. Und in dieser Hinsicht müssen die Bernburger noch einiges tun. Vor allem müssen sie wieder dichter zusammenrücken. So, wie sie es schon mehrfach in dieser Saison gezeigt haben. Auch, aber nicht nur, weil der Klassenerhalt schon vor dem letzten Saisonspiel gesichert sein sollte. Dann kommt am 25. April nämlich Ligaprimus Dessau-Roßlau in die Hinz-Halle.

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