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07.09.2018

Nummer 31 als Eins

VON TOBIAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Die Erfindung der Rückennummern in den Mannschaftssportarten geht bis in das Jahr 1911 zurück. Damals haben die Teams Leichhardt und HMS Powerful beim Australian Football - einer Variante des American Football- erstmals Zahlen auf den Hemden getragen. Ab 1912 waren die Rückennummern dann bei sämtlichen offiziellen Wettbewerben des australischen Bundesstaates New South Wales bereits Pflicht. Mittlerweile sagen Rückennummern kaum noch etwas aus. Vorbei sind Zeiten, in denen im Fußball beispielsweise die erste Elf auch mit der Nummer 1 bis 11 aufgelaufen ist.

Handball-Torhüter Florian Link hat in der vergangenen Sommerpause seine Rückennummer gewechselt. Nachdem der seit etwas mehr als einem Monat 21-Jährige in seiner ersten Spielzeit beim SV Anhalt Bernburg noch die 16 auf dem Rücken trug, ist es nun die 31. Das hat einen Grund: "Der 31. ist mein Geburtsdatum (31. Juli; Anm. d. Red)", so Link, "und ich fühle mich einfach wohler mit einer Nummer, mit der ich was verbinden kann."

Link könnte derzeit aber auch gut und gerne die Nummer 1 tragen beim Drittligisten. Der junge Keeper hat aktuell im Zweikampf mit Sommer-Neuzugang und U20-Nationaltorhüter Max Mohs die Nase vorn. Link hat einer gute Vorbereitung gespielt und auch in der Vorwoche, beim Derbysieg gegen den sc Magdeburg II die meiste Zeit und sehr ordentlich gespielt. Weit aus dem Fenster lehnen will sich der 21-Jährige allerdings nicht. "Die meiste Spielzeit lag bisher zwar bei mir und ich hoffe, das bleibt so", sagt er. Aber: "Mohsi ist ein harter Kon- kurrent und wird das auch weiter sein." Im Kasten des SVA entscheiden derzeit nur Nuancen.

Einer der Vorteile von Florian Link ist, dass er bereits in der zurückliegenden Spielzeit in Bernburg gespielt hat. Wie Max Mohs in diesem Sommer, ist auch Link vor einem Jahr von den Ausbildungsmannschaft des SC Magdeburg gekommen. Beim seM hatte der Keeper vor zwei Jahren auch schon einmal ein paar Minuten Bundesliga- Luft schnuppern dürfen. Beim SVA war er in der vergangenen Saison aber in der Verfolgerrolle hinter Stammtorhüter Max Folchert. Dennoch: "Vielleicht ist das eine Jahr jetzt mein Vorteil", sagt er, "ich konnte hier schon ein Heimat-Gefühl entwickeln." Und sich freilich mit der Deckung einspielen.

Dass er diesen kleinen Vorteil jetzt habe, sei "ganz normal", sagt Florian Link, der am kommenden Samstagabend mit dem SV Anhalt Bernburg beim Oranienburger HC gastiert.

Mit dem Derbysieg gegen den SC Magdeburg II und der klaren Niederlage zuvor in Altenholz ist der SVA ausgeglichen in die neue Saison in der neuen Staffel Nord gestartet. Link findet: "Man hat in den beiden Partien gesehen, dass wir immer noch zwei Gesichter haben." Die Mannschaft habe immer dann gut gespielt, wenn sie sich an ihren Matchplan gehalten und nur im Notfall nach alternativen Lösungen gesucht hat. Jedoch "umgehen wir unseren Plan noch zu oft. Da müssen wir mehr Selbstdisziplin entwickeln". Florian Link klingt in diesen Tagen selbstbewusst. Sein Vorsprung im SVA- Kasten gibt ihm Kraft. Da ist es auch ziemlich egal, welche Rückennummer er hat.

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