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06.12.2019

Respekt ja, Ehrfurcht nein

VON DETLEF LIEDMANN UND TOBIAS GROSSE

BERNBURG/MZ - "Dessau-Roßlau und Rostock stehen völlig zurecht da oben", sagt Martin Ostermann. Der Trainer von Anhalt Bernburg muss es wissen. Denn er hat sich am vergangenen Sonntag das Drittligaspiel zwischen dem HC Empor und dem DRHV in der Rostocker Stadthalle angesehen.

Wie 4.615 weitere Zuschauer. "Ich glaube, solche eine Kulisse ist in dieser Liga extrem selten. Und das Spiel hatte auch von der Qualität her Zweitliga-Charakter." Warum Ostermann die weite Fahrt auf sich genommen hat, wird bei einem Blick auf den Spielplan deutlich. Denn an diesem Samstag müssen die Saalestädter in der Anhalt-Arena auf die Platte. Und dort herrscht für gewöhnlich eine ähnlich gute Stimmung wie vergangenen Sonntag in Rostock. 1300 Zuschauer werden dort im Schnitt gezählt. Das ist schon beeindruckend. Und dementsprechend werden die Saalestädter mit einigem Respekt zum Spitzenreiter, der in Rostock seine erste Niederlage kassierte, fahren. "Aber wir werden nicht in Ehrfurcht erstarren. Den Spruch, wir haben keine Chance, also nutzen wir sie, gebrauche ich meist in der Pause, wenn wir weit zurückliegen. Aber wenn in Dessau angepfiffen wird, steht es ja erst einmal unentschieden", sagt Ostermann und lacht. Er habe in Rostock eine körperlich präsente und konterstarke Mannschaft aus Dessau-Roßlau gesehen. "Unsere Gastgeber sind auf allen Positionen hervorragend besetzt", so Ostermann. Daher fordert er von seinen Schützlingen mit Freude, Kampf und Einsatz ins Spiel zu gehen. "Wir fahren ja nicht dorthin, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen, weil der so schön ist."

Um das spielfreie Wochenende zu überbrücken, hat Ostermann das Training etwas anders gestaltet. Wobei vorige Woche nicht wirklich alle mittrainieren konnten. "Wir hatten ja nach dem Spiel in Potsdam einige Verletzte. Und da waren mehr in der Physio, und weniger in die Halle", so der Trainer. Jetzt aber liege der Fokus ganz klar auf Dessau-Roßlau. Ende Februar 2016 waren die Bernburger und der DRHV zuletzt in einem Pflichtspiel aufeinandergetroffen. 25:21 gewann Anhalt damals vor 745 Zuschauern in der Bruno- Hinz- Halle. Am Ende der Saison stieg Dessau-Roßlau in die 2. Bundesliga auf.

Jetzt also sind die beiden Teams wieder in der Dritten Liga vereint. Unter ähnlichen Vorzeichen. Anhalt kämpft um den Klassenerhalt und Dessau-Roßlau strebt den Wiederaufstieg an. Tabellenführer DRHV hat am letzten Wochenende nach 13 Siegen in Folge die erste Saisonniederlage kassiert - 26:32 im Spitzenspiel beim ärgsten Verfolger HC Empor Rostock. Dessaus Trainer Uwe Jungandreas meinte danach, dass eine Auswirkung ist, dass Dessau- Roßlau "für die Gegner jetzt angreifbar" wäre. Ostermann "Man kann das aber auch so sehen: Wäre Dessau mit der weißen Weste ins Derby gegangen, wäre der Vorsprung zu Rostock groß und unsere Außenseiterrolle sowie -chance größer. Jetzt geht Dessau ein wenig angeschlagen in das Spiel gegen uns  und somit hoch aufmerksam."
In den letzten beiden Partien hatte der DRHV vor allem defensiv einige Sorgen. "Das müssen wir ausmerzen", fordert Uwe Jungandreas, der definitiv weiter auf Kapitän Tomas Pavlicek verzichten muss. Und auch Abwehrchef Daniel Schmidt wird verletzt ausfallen. Der Cheftrainer weiß, dass Bernburg trotz der klaren Außenseiterrolle aufgrund der Konstellation ähnlich gefährlich werden kann, wie die Youngster aus Magdeburg vor zwei Wochen.

Anwurf in der Anhalt-Arena am Samstag ist bereits um 15 Uhr,

 

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