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08.05.2017

"Meine Tendenz ist Bernburg"

VON TOBlAS GROSSE

Patrick Schneider (FOTO/MZ/Archiv: Tobias Grosse)

POTSDAM/MZ - Ralph Hasenhüttl, der Trainer von Fußball- Bundesligist Rasenballsport Leipzig, hat am Samstagabend, nach dem 4:1-Sieg seiner Mannschaft in Berlin gesagt, er finde es schön, dass der Sport immer wieder etwas Besonderes für die übrig hat, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Er meinte damit Stürmer Davie Selke, der sonst eher in der zweiten Reihe steht, gegen Hertha BSC jedoch kurz vor dem Ende, so gegen 20.15 Uhr, doppelt traf. Und kurioserweise hielt der Sport nur 25 Kilometer entfernt und fast zeitgleich eine ziemlich ähnliche Geschichte noch einmal bereit.
 
Patrick Schneider hat mit dem Treffer zum 37:34 in der Schlussminute den Auswärtssieg des SV Anhalt Bernburg beim VfL Potsdam perfekt gemacht. Das Besondere daran ist nicht nur, dass der SVA sich nach einer verkorksten Rückrunde so mit einem Sieg bei einem Topteam aus der Drittliga-Spielzeit verabschiedet hat, sondern auch, dass mit Schneider jemand das letzte Tor erzielte, der nicht nur selten im Rampenlicht stand, sondern auch vergleichsweise wenig auf dem Spielfeld. "Es war ein gutes Gefühl", sagte Schneider. Nicht nur das letzte Tor, sondern auch und vor allem noch einmal eine starke Leistung zu zeigen. Der 25 Jahre alte Ungar war mit sieben Toren zweitbester Werfer hinter Landsmann Gabor Pulay (11). Patrick Schneider sprach von einem "versöhnlichen Abschluss".

Einer Saison, die für ihn alles andere als einfach war. Der Rückraumspieler war lange Zeit nicht einmal zweite Wahl, in mehr als einem halben Dutzend Spielen ist er gar nicht zum Einsatz gekommen. Die Situation hat an Schneider genagt, er hat sich ganz offen Gedanken darüber gemacht, den SVA im Sommer zu verlassen.

In den letzten Wochen hat er jedoch - auch aufgrund vieler verletzter Spieler - wieder mehr gespielt. Und sich weiter intensive Gedanken über seine Zukunft gemacht. Mit dem Ergebnis: "Meine Tendenz ist, in Bernburg zu bleiben." Schneider ist aus dem diesjährigen Kader die einzige offene Planstelle. Der SV Anhalt möchte ihn halten, und auch er hat deutliche Signale abgegeben, bleiben zu wollen. Im Laufe der nächsten Woche findet noch einmal ein finales Gespräch zwischen Verein und Patrick Schneider statt. Der ist aber zuversichtlich: "Ich denke, wir werden uns einig."

SVA: Folchert; Pulay (11/2), Schneider (7), Ackermann (6), Marschall (4), Godo (4), Popa (3), Cieszynski (2), Steinbrink, Kraft

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