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10.04.2017

Stimmungskiller Halbzeit

SV Anhalt Bernburg - Handball Sport Verein Hamburg 22:32 (14:12)

Stellte sein Team in der zweiten Hälfte perfekt ein: Torsten Jansen. (FOTO/MZ: Oliver Harlofff)

Bernburg/MZ - Ein schriller Fiepton durchdrang am späten Samstagnachmittag die Bruno-Hinz-Halle. Halbzeit zwischen dem SV Anhalt Bernburg und dem Handball Sportverein Hamburg. Für die 517 zahlenden Zuschauer, die die Halle zuvor 30 Minuten lang zu einem Hexenkessel gemacht hatten, erst einmal die Möglichkeit, etwas zur Ruhe zu kommen. Für die Gäste, den Deutschen Meister von 2011 und Champions League-Sieger 2013 die Chance, sich neu zu justieren, weil „einige Dinge in der ersten Hälfte nicht so geklappt haben, wie wir es uns vorgestellt haben“, wie Trainer Torsten Jansen danach meinte. Und für den Heimverein, den SVA? Naja, wenn man jetzt fies sein möchte, war dieser Fiepton für Bernburg das Anfang vom Ende.

Der SV Anhalt hat am vergangenen Samstagnachmittag sein „Spiel des Jahres“ gegen den HSV Hamburg verloren. 22:32 hieß es nach 60 Minuten Handball. „Man hat gesehen, dass uns ein paar Prozent zu den Teams von oben fehlen“, hat Kilian Kraft danach gesagt. Und Anhalts Routinier hat damit, ohne es direkt auszusprechen, wohl vor allem die fehlende Konstanz gemeint. Denn nach 30 Minuten Handball hatte es noch 14:12 gestanden. Für Bernburg wohlgemerkt. „Die erste Hälfte“, fand auch Kraft, „war super.“

Also von vorn: Der SVA ist richtig gut in die Partie gekommen. Zu keinem Zeitpunkt in der ersten Hälfte lag die Mannschaft von Trainer Armands Uscins zurück, meist führte sie sogar, auch angetrieben von einem frenetischen Publikum. Hamburg dagegen - übrigens auch mit gut 60, 70 stimmungsvollen Fans angereist - machte häufig unnötige Fehler. „Viele „Viele Abstimmungsprobleme“, hatte HSV-Trainer Torsten Jansen gesehen. Das 14:12 zur Halbzeitpause war folgerichtig.

Jene Pause allerdings tat dem SV Anhalt Bernburg überhaupt nicht gut. Die ganze Stimmung, die sich aufgebaut hatte, war nach dem Beginn der zweiten Halbzeit schnell weg. Hamburg startete mit einem 7:1-Lauf. „Wir haben ein paar Kleinigkeiten verändert“, sagte Jansen, der Weltmeister von 2007, „und die sind optimal aufgegangen.“

Beim SV Anhalt dagegen lief so ziemlich alles falsch, was falsch laufen konnte. „Wir nutzen unsere Chance nicht und irgendwann ist dann auch in der Abwehr die Stimmung weg“, haderte Trainer Uscins. „Es kam alles zusammen.“ In der 46. Minute ging Hamburg zum ersten Mal mit fünf Toren in Führung. „Es war frustrierend“, sagte Kilian Kraft.

Allerdings hätte der SVA am Ende nicht unbedingt mit zehn Treffern Differenz gegen den HSV verlieren müssen. Klar: „Es setzt dann auch ein psychologischer Effekt ein“, erzählte Torsten Jansen. Doch: „Die Schultern und der Kopf ging bei allen runter“, sagte Armands Uscins, „wir haben auch den Kampf verloren.“ Man merkte dem Spiel im Laufe der zweiten Hälfte an, dass es für den HSV Hamburg unter Umständen noch um den Zweitliga-Aufstieg gehen könnte, und für Bernburg eben um nicht mehr all zu viel.

Das Team von Trainer Uscins belegt auch nach der achten Niederlage in der zwölften Rückrundenpartie weiterhin Rang neun. Drei Spiele hat der SV Anhalt Bernburg nun noch, um diese Position zu verteidigen und das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz zu erreichen.

SVA: Max Folchert, Florian Keil; Gabor Pulay (8/2), Steffen Cieszynski (5/2), Marcel Popa (4), Tim Ackermann (2), Lucas Marschall (2), Clemens Wetzel (1). Kilian Kraft, Patrick Schneider, Andreas Steinbrink, Dusan Maric (n.e.)

Siebenmeter: SVA 4/6, HSV 7/8
Zeitstrafen: SVA 1, HSV 3
 

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