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24.09.2018

Schmerzhafter Kulturwechsel

VON TOBIAS GROSSE

"Die Abwehr war ein Zeichen für unser Spiel." Steffen Cieszynski Kapitän SV Anhalt Bernburg
(FOTO/MZ/Archiv: BÖSENER)

BERNBURG/MZ - Die Kommentatoren hatten so ihre Probleme. Als Steffen Cieszynski kurz vor der Halbzeitpause für den SV Anhalt Bernburg beim HC Empor Rostock auf 15:16 verkürzte, versuchten sich die beiden Männer, die die Live-Übertragung auf dem Internetportal "Sportdeutschland.TV", begleiteten, an der korrekten Aussprache des Nachnamens des SVA-Kapitäns. Und das Fazit lautete: "Schwer auszusprechen." Cieszynskis Fazit nach der 29:33- Niederlage des SVA in Rostock lautete: "Wir sind in der Abwehr noch zu löchrig."
 
Beim SV Anhalt Bernburg hat ein Kulturwechsel stattgefunden, der bis jetzt nur schwer greift und schmerzen bereitet. In der fünften Partie in der noch jungen Saison in der 3. Handball-Liga hat Bernburg schon zum vierten Mal über 30 Tore kassiert. "Das", gestand Cieszynski Sonntagabend im Anschluss an die Niederlage, "ist ganz schön krass." In den letzten Jahren war die Deckung das Markenzeichen des SVA. "Die Abwehr war immer ein Zeichen für unser Spiel. Wir waren aggressiv hinten und hatten gute Torhüter dahinter", so Cieszynski. Aktuell läuft es defensiv aber nicht bei den Saalestädtern. Im Deckungsverbund stimmt es noch nicht, und auch die Torhüter Max Mohs und Florian Link bekommen nur wenige Bälle zu packen. So stellt Bernburg mit 166 Gegentreffern nach fünf Partien die mit Abstand schlechteste Abwehr der Nord-Staffel.

In Rostock hatte es in den ersten 30 Minuten schon 17 Mal im Kasten eingeschlagen. Doch der Kulturwandel des SV Anhalt heißt jetzt auch, dass der Angriff, "wo wir in den letzten Jahren immer Probleme hatten", so Steffen Cieszynski, wirklich gut funktioniert. Bernburg lag nämlich zur Pause nur mit einem Tor zurück (16:17). Cieszynski fand: "Es war trotz allem ein ordentliches Spiel von uns und eine Steigerung zu den letzten Auswärtsspielen."

Dennoch gab es keine Punkte. "Wir hatten heute am Ende auch ein wenig Pech", begründete er. Das größte Problem ist und bleibt aber die Abwehr. "Wenn man mal fünf, sechs Tore wegnehmen würde, sieht so ein Spiel ganz anders aus", sagte der Kapitän, der den SV Anhalt trotz nur 3:7 Punkten auf einem guten Weg sieht.

Das System von Coach Martin Ostermann kommt beim Team gut an. "Dass wir die Vorstellungen nicht sofort zu 100 Prozent umsetzen, ist klar", so Cieszynski. Aber: "Wir werden Erfolg haben, wenn wir sie umsetzen."

SVA: Link. Mohs; Cisszynski (8), Kraft (2; Rot, 3x2, 50.), Marschall (1), Heyer (n.e.), Friedrich (4), Ackermann (2), Schulze, Sliwka (Rot, Foulspiel, 55.), Grafenhorst, Berends (n.e.), Richter (3/2), Godon (7/1)
 

 

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