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06.05.2017

Schwedische Lösung

VON TOBIAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Enrico Nefe hat eine gewisse Affinität für Schweden. Das skandinavische Königreich hat es dem Sportlichen Leiter des SV Anhalt Bernburg aber nicht nur als Urlaubsziel angetan. Nefe bezeichnet sich selbst auch als „Fan des schwedischen Handballs". Und dort, genauer genommen bei der Nationalmannschaft, gab es in der jüngeren Vergangenheit ein nicht alltägliches Szenario. Von 2008 bis 2016 trainierten Ola Lindgren und Staffan Olsson das Team als Duo. „Das", so Nefe, „ist eine charmante Lösung."

So charmant, dass diese schwedische Lösung auch beim SV Anhalt Bernburg in Zukunft praktiziert  wird. Denn in der Saison 2017/18 wird dem Handball-Drittligisten nicht mehr nur der 43-jährige Armands Uscins als Trainer vorstehen, sondern mit Hendrik Tuschy wird ein zweiter, gleichberechtigter Coach dazukommen.

Als Nefe sich in den vergangenen Wochen intensive Gedanken über die Saison 2016/17 gemacht hat, die für Bernburg am Samstagabend (19 Uhr) in Potsdam endet, kam ihm immer öfter der Gedanke an ein Trainerteam. Der im letzten Sommer gekommene Uscins war in dieser Saison alleine für das Team zuständig, hatte keinen Co-Trainer-Er hat mir offen gesagt, dass er sich über eine Hilfe freuen würde", sagt Nefe.

Zumal der SVA nach der guten Hinrunde mit Platz sechs in der zweiten Saisonhälfte abgerutscht ist. Das verheimlicht auch Enrico Nefe nicht. „Das was zuletzt war, bleibt erstmal." Und logisch: „Ein negativer Touch ist da."

Also begab sich der Sportliche Leiter auf die Suche. Und kam dabei schnell auf Hendrik Tuschy. Nefe und der 42 Jahre alte Wolfsburger kennen sich bereits viele Jahre. Und als er ihm seine Vision eines Trainerduos beim SVA vorstellte, „brauchte ich gar keine Bedenkzeit", so Tuschy, „wenn er eine Idee hat, ist die in der Regel hervorragend." Und überhaupt: „Bernburg ist ein gutes Pflaster, da überlegt man nicht lange."

Tuschy und Uscins sind ab 1. Juli, und zunächst für eine Saison, also gleichberechtigte Trainer des SV Anhalt. Jedoch gibt es eine klare Aufgabenteilung. Tuschy, der für die Verbände in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt Trainer ausbildet, ist vorrangig für den technisch/taktischen Bereich zuständig, Uscins' Augenmerk liegt auf der Abwehr und den Grundlagen.
 

„Wir ergänzen uns gut", glaubt Hendrik Tuschy, der am Freitagabend dem Team vorgestellt wurde. „Armands hat ja zum Beispiel auch als Spieler hochklassig gespielt, ich nicht." Also doch nicht ganz das schwedische Modell, da waren Lindgren und Olsson zuvor jahrelang Nationalspieler.
 

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