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28.01.2019

Teamgeist ist entscheidend

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG!MZ - 45 Minuten sind in der Bernburger Bruno- Hinz-Halle vor 420 Zuschauern gespielt. Gerade hat Tim Ackermann zum 24:27 im Drittligaspiel gegen den Oranienburger HC getroffen. Er zieht an seinem Trikot, zeigt auf das Vereinsemblem. Sehr her, der SV Anhalt ist mein Verein, - soll das heißen. Dieser Teamgeist ist es, der am Ende den Ausschlag geben wird. 31:25 gewinnen die Bernburger. Und die Fans feiern am Ende ausgelassen.

Anhalt startet wie die Feuerwehr, lag nach zehn Minuten 6:2 in Front. Zwischen den Pfosten präsentierte sich Max Mohs in glänzender Form. Gefühlt wehrte er 50 Prozent alle Oranienburger Würfe ab. Rechnerisch waren es 41. Mohs spielte fast komplett durch, da Florian Link am Sonnabend nicht zur Verfügung stand.

Er hatte sich am Dienstag im Test bei den Youngstern des SC Magdeburg (32:30 für Anhalt) am Unterkiefer verletzt und fällt wohl vier Wochen aus. In der Schlussphase gegen den OHC kam so Florian Keil zum Einsatz.

Was besonders auffiel in den Bernburger Reihen: In der Abwehr zeigten sich die Anhalter zupackender als je zuvor und im Angriff agierten sie schneller und variantenreicher als vor der Winterpause. "Wir haben viel Athletik trainiert. Die Spieler waren alle sehr fleißig und ehrgeizig", so Andreas Schubert, der mit den Handballern Kraft und Kondition gebolzt hat. Wie Steffen Cieszynski oder Kilian Kraft zu den Würfen hochstiegen, das hatte schon eine neue Qualität. Und die Anspiele an der Kreismitte erst. Neuzugang Steffen Coßbau fügte sich nahtlos ins Team ein, wenn auch noch so kurzer Vorbereitung noch nicht alles gelang, weil es noch nicht gelingen konnte.

Mehrfach stellten die Oranienburger, in ihren Reihen standen mit Keeper Ivan Szabo und Kreisläufer Paul Otto zwei alte Bekannte, ihre Defensive um. Mal spielten sie 6-0, mal 3-2-1, mal ganz offensiv 3-3. Nur gefruchtet hat das alles nichts. Und auch aus dem Vorbereitungsspiel gegen Koreas Weltmeisterschaftsteam vor 2.500 Zuschauern konnten die Brandenburger keinen Schwung mitbringen. 16:9 führten die Bernburg zur Pause, nachdem Coßbau seine ersten beiden Treffer für Anhalt erzielt hatte.

Nach dem Wechsel hielten die Bernburger die Konzentration hoch, auch wenn es ab der 35. Minute immer schwieriger wurde, den Defensivriegel des OHC zu knacken. Und da waren sie plötzlich wieder, die unmotivierten und überhasteten Würfe. Doch die Einheimischen fingen sich wieder, da klappte es auch mal im zweiten Versuch. 29:22 hieß es fünf Minuten vor Schluss. Und auch, wenn im Handball vieles möglich ist, der Drops war gelutscht. Den Rest des Spiels absolvierte das begeisterte Publikum stehend und feiernd. Ein bisschen Stimmung wie bei der Weltmeisterschaft herrschte.

"Wir sind schnell ins Spiel gekommen und hatten eine starke erste Halbzeit. Wir haben Oranienburg nicht sein Tempospiel aufziehen lassen. Und gegen die Abwehr der Gäste haben wir immer wieder Lösungen gefunden", so Trainer Martin Ostermann. Am Sonnabend steht das Auswärtsspiel beim HSV Hannover an. Dann kommt Spitzenreiter Rostock in die Bruno- Hinz- Halle.

Bernburg: Mohs (1), Keil - Cieszynski (6), Kraft (4), Marschall, Friedrich (l), Ackermann (3), Schulze (3), Sliwka (4), Grafenhorst. Coßbau (2), Richter (7/2)

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