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24.11.2017

Trainer-Duo in der Abwehr

VON TOBlAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Armands Uscins und Enrico Nefe verstehen sich gut Beide bilden aktuell das Trainer- Duo des SV Anhalt Bernburg. Und Nefe, der ja noch dazu Sportverantwortlicher des Handball-Drittligisten ist, hat Uscins in der Spielzeit 2013/14 schon zu einem kurzen Aushilfs-Intermezzo als Spieler nach Bernburg geholt und im Sommer 2016 dann wieder als Trainer. In den letzten Trainingswochen verband die beiden aber noch ein bisschen mehr. Sie waren da nicht nur das Trainer-Duo des SVA, sondern auch kongeniales Abwehr- Duo.
 
Die personelle Misere Bernburgs erforderte es zuletzt tatsächlich, dass beide Trainer in den Einheiten nicht nur die Anweisungen gegeben haben, sondern mittendrin statt nur dabei waren. Doch dem nicht genug: Als Kreisläufer Tim Ackermann vor dem letzten Spiel bei der HSG Rodgau Nieder-Roden mit einer Grippe flachlag und ausfiel, kam sogar für einen gar nicht mal so kurzen Moment der Gedanke auf, Ex - Kreisläufer Uscins zu reaktivieren. "Aber er hat zugegeben, dass es nach zweimal vor- und zurücklaufen vorbei wäre", sagt Nefe und lacht. Zumindest bleibt Galgenhumor. An ein ordentliches Training, geschweige denn eine gute Vorbereitung auf das bevorstehende so wichtige letzte Heimspiel diesen Jahres gegen Zweitliga-Absteiger SG Leutershausen war und ist jedoch nicht zu denken. Tim Ackermann wird zwar wieder mit dabei sein, doch ob die am Knöchel verletzten Kilian Kraft, Lukas Marschall und Torwart Max Folchert dabei sind, weiß Coach Nefe noch nicht. "Abwarten", ist das Einzige, was er dazu sagen kann.

Doch inwiefern wird nun so eine Trainingswoche eigentlich von der Verletzten- und Krankheitsmisere beeinflusst? Nun ja, zunächst stehen ja ganz logisch weniger Spieler zur Verfügung. Beim SVA waren das in den letzten Wochen maximal acht. "Das' Komplexe", meint Nefe, "ist mit so wenig Leuten nicht trainierbar." Bedeutet: Die Abläufe, die es im Handball braucht, sind nicht zu simulieren, weil immer irgendwo wer fehlt - wie das Abwehr-Duo Nefe/Uscins zeigt. Und: "Ich bin detailversessen", so Nefe, "da nervt mich das richtig."

Der Coach bereitet sich auf jedes Spiel im Videostudium akribisch vor - nur fehlen ihm halt im Training die Spieler, um das auch zu vermitteln. "Das ist in den letzten Spielen auch sehr dolle aufgefallen, vor allem in der entscheidenden Phase." Die letzten Auswärtsspiele in Gelnhausen und Nieder- Roden hat der SV Anhalt erst jeweils in den Schlussminuten verloren.

Und so bestehen die vier Trainingseinheiten Bernburgs in den zurückliegenden Wochen mehr aus "Gesprächen darüber, wie es jedem geht, taktischen Sachen an der Tafel und leichtem Wurftraining", so Nefe. 

Am Donnerstag erreichte den Coach noch eine schlechte Nachricht. Chris Heyer meldete sich krank ab. Ob es für Sonnabend reicht, wird sich zeigen. "In solchem Ausmaß habe ich das in den ganzen Jahren, in denen ich im Handball bin, noch nicht erlebt", gesteht Nefe. Ob Armands Uscins jetzt vielleicht doch noch mal an seiner Kondition arbeitet?

Anwurf ist am Sonnabend um 17 Uhr in der Bruno-Hinz-Halle.

 

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