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03.05.2019

Trainer auf Reisen

VON DETLEF LIEDMANN

Steffen Cieszynski bestreitet sein letztes Heimspiel für den SV Anhalt. (FOTO/MZ/Archiv: Engelbert Pülicher)

BERNBURG/MZ - Bernburgs Trainer Martin Ostermann hat einen Teil des Maifeiertages in Braunschweig verbracht und sich das Wiederholungsspiel der Dritten Liga zwischen den Handballern des MTV und der Zweiten der Reinickendorfer Füchse angesehen. "Braunschweig war kämpferisch unheimlich stark und verfügt mit Ariel Panzer über einen klasse Keeper", sagt der Trainer.

Am Ende unterlag Braunschweig 32:33. Doch auch schon vorher war klar, dass es an diesem Samstag in der Bernburger Bruno-Hinz-Sporthalle zu einem Saisonabschluss mit Endspielcharakter kommen wird, wenn Anhalt auf die Braunschweiger trifft. Weil es der letzte Spieltag der Serie ist, geht es erst 19 Uhr los. So wie in allen anderen Hallen auch. Vielleicht einziger Unterschied: Studenten mit Studentenausweis und Schüler haben freien Eintritt. Unterstützung jedenfalls kann Anhalt brauchen.

Und zwar so viel wie möglich, wenn der Klassenerhalt gelingen soll. Ein Blick auf die Tabelle verrät: Ein Sieg bringt diesen in jedem Fall. Dann würde Anhalt nicht nur Braunschweig auf Distanz halten, sondern auch die Zweite der SG Flensburg- Handewitt und die HSG Ostsee Neu stadt-Grömitz. Verliert aber Flensburg in Berlin und die HSG in Burgdorf, könnte sich Anhalt sogar eine Niederlage leisten.

"Wir werden aber in jedem Fall auf Sieg spielen", sagte Trainer Ostermann am Donnerstag, als er gerade dabei war, ein Video zusammenzustellen. "Die Braunschweiger beherrschen zwei Deckungssysteme, ein offensives und ein defensives und zudem einige eingespielte Aktionen", hat Ostermann am Mittwoch beobachtet. Das wissen die Bernburger aber spätestens seit dem Hinspiel, wo sie im Dezember überhaupt nicht zurechtgekommen waren und mit 18:31 eine derbe Niederlage kassiert hatten. In anderen Spielen ging es wesentlich knapper zu und im Nachhinein ist es müßig, nachzudenken, wo die zum vorzeitigen Klassenerhalt reichenden Punkte verloren gegangen sind. "Klar hätten wir uns diese Situation gern erspart. Aber jetzt ist es so und deshalb müssen wir uns voll auf das Spiel fokussieren", sagt Ostermann.

Das wird auch Steffen Cieszynski  tun. Der 29-Jährige verlässt den Verein zum Saisonende in Richtung HC Aschersleben. Glaubt man der Statistik des Verbandes, hat er in dieser Saison bisher 148 Treffer für Anhalt erzielt. Bei den Bernburgern wird er mit einem Tor mehr geführt. Was letztlich stimmt, ist für das Spiel am Samstag völlig unerheblich. "Steffen wird sich in dieses Spiel noch einmal so einbringen, wie wir es von ihm gewöhnt sind. Das heißt, er wird an seine Grenzen gehen", so Ostermann. Und Cieszynski habe ausdrücklich darum gebeten, die Verabschiedung  erst nach dem Spiel zu vollziehen.

Da wollen Mannschaft und Fans gemeinsam den Klassenerhalt feiern. Einen schöneren Rahmen könne es nicht geben. Apropos Fans: Die machen bei Heimspielen einen Höllenlärm und trieben ihr Team auch gegen die Spitzenmannschaften aus Rostock und Hildesheim zu Höchstleistungen. Am Ende hatte es da nicht ganz gereicht. Am Samstag muss es reichen, um den Klassenerhalt zu sichern. Anwurf in der Bruno-Hinz-Sporthalle: 19 Uhr.
 

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