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15.03.2019

Unternehmen Klassenerhalt

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Ein Nachteil sei es nicht, als Mitglied im Förderkreis von Anhalt Bernburg so nah dran zu sein an den Spielern wie Betreuer Marco Mansfeld, der bei jeder Partie auf der Bank sitzt.

Man müsse aber trennen. "Bei 13 verschiedenen Charakteren in der Mannschaft darf man schon mal was überhören, wenn jemand nicht so gut drauf ist und etwas Unbedachtes sagt. Im Förderkreis aber müssen wir ganz akribisch sein." Denn der Förderkreis kümmere sich nicht nur um die Akquise von Sponsoren, sondern auch um die Verwendung der Mittel und die Verträge der Spieler des Drittligisten. "Der Förderkreis wird wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt", so Mansfeld.

Davon bekommen Außenstehende wenig bis nichts mit. Sie sehen in der Regel nur, was auf der Platte passiert. Und da heißt der Gegner nach Flensborg nun Flensburg. Verschiedene Namen, gleiche Stadt. Mit der Zweiten des Bundesligisten Flensburg- Handewitt wartet am Samstagabend nahe der Grenze zu Dänemark  ein schwerer Brocken auf die Schützlinge von Trainer Martin Ostermann. Betreuer Mansfeld spricht vom Flensburger Modell. "Das ist eine sehr junge Mannschaft, die auf schnelles Spiel setzt", sagt er. Das hatten die Bernburger schon im Hinspiel zu spüren bekommen. Das gewannen sie zwar mit 35:32, lagen aber nach 50 Minuten noch 26:27 hinten und machten den Sieg erst im 'energischen Schlussspurt fest.

Die Flensburger hatten am 20. Oktober 2018 mit Danny Nick Baijens einen Akteur in ihren Reihen, der über Erfahrungen in der Bundesliga und Champions League verfügt. Ob er auch an diesem Samstag zur Verfügung steht, ist nicht bekannt. Es spielt allerdings auch nur eine untergeordnete Rolle. Die Aufgabe wird auch so schwer genug. Unter anderem wegen der langen Anreise und der späten Anwurfzeit (19 Uhr). Um zehn soll es losgehen in Bernburg. "Wir planen zwei längere Pausen ein."

Eineinhalb bis zwei Stunden vor dem Anwurf in der Fördehalle wollen die Bernburger laut Mansfeld in Flensburg eintreffen. "Wir machen dann in der Regel erst mal einen Spaziergang, um zu entspannen und die Köpfe frei zubekommen. Und dann machen wir uns mit den Gegebenheiten in der Halle vertraut", so Mansfeld weiter. Denn so viele Hallen es gibt, so unterschiedlich sind die Beläge. Und in der einen Halle sitzen die Zuschauer ganz dicht dran, woanders weiter weg. Alles Dinge, auf die sich Spieler einstellen müssen. Mental wird Trainer Ostermann auf einen Sieg einstellen. Vor allem auch, weil Anhalt in den kommenden vier Spielen, Flensburg eingeschlossen, dreimal auswärts ran muss. Am 23. März wartet die Zweite des TSV  Burgdorf, am 7. April die Mecklenburger Stiere Schwerin. Dazwischen liegt am 30. März das Heimspiel gegen den 1. VfL Potsdam. Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Von diesen vier Gegnern liegt nur die Zweite der SG Flensburg-Handewitt hinter Anhalt. Mit einem Sieg würden die Bernburger den Abstand von fünf auf sieben Punkte vergrößern. Wobei das auch in den anderen Spielen Erfolge erwünscht ist, aber sicher schwerer realisierbar sind.

Sieben Spiele sind insgesamt noch zu absolvieren. Wieviel Bernburg davon gewinnen müsste , um sicher in der Dritten Liga zu bleiben? Schwer zu sagen. Am Ende bleiben es Rechenspiele. Fakt ist: Oranienburg, derzeit Siebter mit 25 Punkten, dürfte mehr oder weniger durch sein. Bernburg hat derzeit 18 Zähler auf dem Konto, sollte also noch mindestens drei Spiele gewinnen. Immer vorausgesetzt, die Mannschaften hinter Bernburg in der Tabelle reißen groß nichts mehr oder nehmen sich gegenseitig die Punkte weg. Sich darauf zu verlassen, wäre allerdings naiv. Anhalt hat alles selbst in der Hand.

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