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20.07.2018

Von Blau zu Schwarz-Gelb

VON TOBIAS GROSSE

Radek Sliwka

BERNBURG/MZ - Am Mittwochabend, nach dem Handball-Testspiel zwischen dem Dessau-Roßlauer HV und dem SV Anhalt Bernburg, haben sich die üblichen Grüppchen gebildet. Beim Ausgehen und Nachdehnen nach einer Partie plaudert man gerne eine Runde mit den Kollegen, auch mit ehemaligen. So saßen beispielsweise Dessaus Bruno Zimmermann und Bernburgs Chris Heyer zusammen, die früher gemeinsam in Magdeburg gespielt haben. Und in der Mitte des Feldes, wo sich ein blauer Kreis aus DRHV-Spielern bildete, setzte sich ein Schwarz-Gelb-Gekleideter dazu.

Radek Sliwka hat Mittwochabend sein erstes Spiel für seinen neuen Verein gemacht. Im Sommer war der 29 Jahre alte Tscheche vom . Zweitligisten Dessau zum Drittligisten Bernburg gewechselt und hatte dort einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben. Und nach der deutlichen 22:37-Niederlage des SV Anhalt konnte er mit den früheren Kollegen noch mal einiges besprechen.

Sliwka hätte mit ihnen beispielsweise die jeweils abgelaufene, erste Trainingswoche vergleichen können. Beide Clubs befinden sich seit Anfang der vergangenen Woche in der Saisonvorbereitung. Nur: Der SVA hatte bis zum Spiel in der Anhalt-Arena am Mittwoch sechsmal trainiert, ein ordentlicher Wert. Dessau-Roßlau hatte aber bereits 15 Einheiten weg. Radek Sliwka kennt das aus den letzten Jahren. .Für mich", sagte er nach dem Abpfiff grinsend, "ist es jetzt ein bisschen einfacher." Aber klar: "Anstrengend ist es trotzdem."

Dass der DRHV entsprechend, wenn man die Pensen vergleicht, schon um einiges weiter ist, haben die drei Drittel über jeweils 20 Minuten auch klar aufgezeigt. Der SV Anhalt konnte zwischenzeitlich zwar mal auf drei Tore verkürzen, vor allem dank des gut aufgelegten Mare Godon, am Ende setzte sich Dessau jedoch klar durch. Und Radek Sliwka konnte konstatieren: "Wir haben noch einiges zu tun."

Auf den Linkshänder wartet in Bernburg auf dem Spielfeld eine neue Aufgabe. Nachdem er sich von einem Kreuzbandriss erholt hatte und Anfang des Jahres seine Rückkehr feierte, kam er beim DRHV im halbrechten Rückraum nicht mehr an Johannes Wasielewski vorbei. Der Routinier war fast nur noch in der Deckung gefragt. Beim SVA wird sich das nun wieder ändern, in Dessau hat Sliwka sein Können schon angedeutet. "Es wird ein bisschen anders", sagte er zwar; "aber darauf freue ich mich."

Seinen Ex-Club, bei dem er die letzten vier Jahre verbracht hat und mit dem er 2016 den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, wird Radek Sliwka natürlich weiter mit Interesse verfolgen, zumal er ja auch weiterhin mit seiner Familie in Dessau wohnt und arbeitet. "Ich hoffe, sie bleiben wieder in der Liga", äußerte Radek Sliwka am Mittwochabend einen Wunsch. Vielleicht mit ihm als Zuschauer. Denn der DRHV spielt für gewöhnlich sonntags zu Hause, der SVA bereits samstags. "Das passt auch", lächelte Sliwka.

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