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21.07.2017

Vorsichtig zum Neustart

VON TOBlAS GROSSE

Neue Gesichter beim SV Anhalt: Florian Link, Niklas Friedrich, Chris Heyer, Julian Schulze, Nico Richter und Henrik Tuschy (v.l.) (FOTO/MZ: Oliver Harloff)

BERNBURG/MZ - Ein bisschen schüchtern wirkten sie ja schon. Als der Vorstand des Handballträgervereins des SV Anhalt Bernburg am Dienstagabend offiziell die neue Saison eröffnete, at der Sportliche Leiter Enrico Nefe die fünf Neuzugänge, sich allen Anwesenden vorzustellen. Plötzlich war ein leises Tuscheln von Julian Schulze über den Tisch zu Florian Link zu hören: "Du musst dabei aufstehen", so der neue Linksaußen zum neuen Torwart.
Steffen Cieszynski hat sich den zurückhaltenden ersten Auftritt der fünf Neuzugänge, von denen keiner älter als 21 Jahre ist, aus kurzer Entfernung mit angesehen und geschmunzelt. "Ich glaube", sollte der Kapitän des Handball-Drittligisten aber später sagen, "es ist kein Problem, dass wir ein so junges Team sind."

Beim SVA hat sich in der zurückliegenden Sommerpause einiges getan. Der Kern der Mannschaft steht zwar immer noch, drumherum ist aber viel passiert. Punkt eins sind die fünf jungen Zugänge. Chris Heyer (USV Halle) ist mit 21 Jahren der Älteste. Niklas Friedrich, Florian Link und Nico Richter sind 19, Julian Schulze gar erst 18 Jahre alt. Die vier kommen von der zweiten Mannschaft des SC Magdeburg. "Alle", ist sich Kapitän Cieszynski sicher, "machen unser Spiel besser."

Dass die Mannschaft mittlerweile nicht einmal 22,5 Jahre im Schnitt alt ist, sieht der 27 Jahre alte Cieszynski nicht als Problem an. "Wichtig wird für uns sein, dass die Einstellung stimmt", sagt er. Und: "Alle sind in der Magdeburger Schule groß geworden, die nötige Einstellung ist bei ihnen im Kopf, sie kennen das gar nicht anders."
Doch nicht nur im Kader des SVA hat sich etwas getan, sondern auch auf der Bank. Es gibt ab jetzt mit Armands Uscins nicht mehr nur einen Chef trainer, sondern mit Hendrik Tuschy einen zweiten, gleichberechtigten. Tuschy ist Trainerausbilder in den Landesverbänden Sachsen-Anhalt und Niedersachsen und ein sehr kommunikativer Typ. Ein Punkt, der U seins häufig etwas abging. ,,Armands ist nicht der große Redner", weiß Nefe, "deshalb denke ich, dass das im Gespann gut funktionieren kann."
Ein auf allen Stufen gleichberechtigtes Trainer-Gespann ist auf jeden Fall ein seltenes Modell. "Ich kenne es bisher noch nicht", sagt Steffen Cieszynski, um dann ehrlich nachzuschieben: "Und ich stelle es mir schwierig vor."

Uscins und Tuschy kannten sich vorher nicht, haben erst nach Ende der vergangenen Spielzeit ein paar entspanntere Trainingseinheiten zusammen geleitet. Jetzt haben sie gut sechs Wochen Zeit, um die Mannschaft auf die neue Drittliga-Saison vorzubereiten. "Ich glaube, wenn es bei uns stimmen soll, muss es zwischen ihnen stimmen", sagt Cieszynski.
Der Kapitän ist nicht pessimistisch, was die neue Saison angeht, ganz im Gegenteil. Er spricht sogar davon, dass man mal mehr anstreben könnte, als die sicheren Mittelfeldplätze der vergangenen Jahre. Nur ist er halt auch ein wenig vorsichtig. Auch wenn jetzt "erst einmal alles gut ist".

Samstag (22.07.2017) testet der SVA gegen den Zweitligisten ThSV Eisenach. Start ist 16.30 Uhr in der Hinz-Halle Bernburg.

 

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