Impressum | Kontakt
01.02.2019

Weltmeister als Vorbild

VON DETLEF LIEDMANN

BERNBURG/MZ - Max Mohs ist ein Musterbeispiel dafür, wie die Euphorie um eine Weltmeister- schaft im eigenen Land viele Mädchen und Jungen für den Handball begeistern kann. "Ich habe Henning Fritz live in der Halle spielen sehen und wollte so werden wie er", erinnert sich Mohs an 2007, als Deutschland letztmals den Weltmeistertitel gewann. Sieben Jahre war er damals alt. Und Magdeburger, wie Fritz, mittlerweile 44.

"Ich habe mich dann angemeldet und irgendwann gefragt, ob ich ins Tor darf wie Henning Fritz." Mohs durfte und würde wohl heute noch beim SC Magdeburg zwischen den Pfosten stehen, wenn alles gepasst hätte. So aber wechselte er vor dieser Saison zu Drittligist Anhalt Bernburg, wo er zum Auftakt 2019 beim 31:25 gegen Oranienburg einen "Sahnetag" erwischt hatte, wie es sein Trainer Martin Ostermann formulierte. Mit 41 Prozent gehaltener Würfe. Selbst  Deutschlands Nationalkeeper Andreas Wolff brachte es in der Vorrunde der Weltmeisterschaft 2019 durchschnittlich "nur" auf 39 Prozent. Den Sieg gegen Oranienburg hat Mohs genossen. Und das Lob für seine Leistung hört er gern. Doch Mohs, 19 Jahre alt, bleibt Realist und gibt das Lob weiter. "Wir haben uns von Anfang an als Einheit präsentiert.

Ob er mitbekomme, was um ihn herum passiert in der Bernburger Bruno-Hinz-Halle, ob er wisse, was da für Musik gespielt wird? "Klar bekomme ich das mit, aber keine Details. Aber ich ziehe da ausschließlich das Positive für mich heraus", so Mohs. In der Bernburger Halle' jedenfalls sei immer gute Stimmung. "Das ist gut für uns, die Gegner müssen damit erst mal zurechtkommen."

Deshalb werden es nach Mohs' Meinung auch Rostock und Hildesheim, Spitzenreiter und Tabellenzweiter, nächste und übernächste Woche schwer haben. An diesem Sonnabend aber wartet auswärts erst einmal der HSV Hannover. "Wenn wir den Schwung mitnehmen aus dem Spiel gegen Oranienburg, können wir auch dort was holen", ist Mohs überzeugt. Wobei der Schwung schon länger anhält und aus den Spielen vor Weihnachten ins neue Jahr übertragen wurde.

Dass er in Hannover wieder mehr oder weniger wird durchspielen müssen, weil Florian Link
verletzt ist, ficht ihn nicht an. "Man trainiert ja so, dass man die Stunde plus Unterbrechungen durchhält", so Mohs. Wobei das mit dem Training so eine Sache ist im Moment. Denn Mohs ist Sportsoldat und in Warendorfbei Münster stationiert. "Ich habe jetzt aber meine Grundausbildung abgeschlossen und kann mich nun wieder voll auf den Sport konzentrieren", so Mohs, der 2018 mit den A-Junioren des SC Magdeburg Deutscher Vizemeister war. Zudem gehört er zum Kader der Juniorennationalmannschaft. Wenn er seine Bundeswehrzeit hinter sich hat, Mohs hat sich für elf Monate verpflichtet, will er studieren: "Lehramt oder Maschinenbau", sagt er.

Und er will, das ist sein großes Ziel, perspektivisch in der Bundesliga spielen. ,,Aber jetzt gehen wir erst mal gemeinsam den Klassenerhlaltt an", umschreibt er seine Aufgabe bei Allhalt Bernburg.

<< Zurück