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03.12.2018

Wie die Musketiere

VON DETLEF LlEDMANN

Nikolas Berends steuerte sechs Treffer zum SVA-Sieg bei. (FOTO/MZ: Engelbert Pülicher)

Bernburg/MZ - Zehn Minuten vor Schluss hielt es die ersten Fans in der Bernburger Bruno-Hinz-Sporthalle nicht mehr auf den Sitzen. Sie spürten, der SV Anhalt braucht jetzt mehr Unterstützung denn je in diesem Spiel. Sie spürten am Sonnabend aber auch: Hier geht etwas. Am Ende standen alle 323 Gäste auf den Rängen und feierten mit den Handballern ein 35:29 im Drittligaspiel gegen Hannover-Burgwedel. Von einem 27:26 in der 49. Minute waren die Gastgeber in einen fulminanten Endspurt gestartet, sie überrollten die Niedersachsen um den 2,08 Meter großen Nenad Bilbija förmlich. Allen voran Nico Richter, der zwölf Treffer erzielte, darunter sechs durch Siebenmeter. Aber nicht nur das. Richter, zwei Köpfe kleiner als Bilbija, legte den neunfachen Burgwedeler Torschützen in der Schlussphase an die Kette. Zudem steigerte sich Keeper Max Mohs in einen Rausch. Dabei verbietet es sich eigentlich, jemanden aus der homogenen Mannschaft herauszuheben. Eine Zuschauerin beschrieb diese so: „Wie die Musketiere.“

Freunde der Mantel- und Degenfilme kennen den Spruch „Einer für alle, alle für einen“. Genauso traten die Bernburger am Sonnabend auf. Und so mussten sie auch auftreten. Denn nach der Ellenbogenverletzung von Marc Godon konnte auch Kilian Kraft wegen eines lädierten Knies nicht auflaufen. Mithin saßen Godon und Kraft aber als moralische Stützen auf der Auswechselbank.

„Wir hatten eine schwierige Trainingswoche. Aber an deren Ende hat jeder gewusst, dass er gebraucht wird“, so Bernburgs Mannschaftsbetreuer Marco Mansfeld. Selbst Kraft wurde gebraucht als Ideengeber. „Kilian hat als erster damit angefangen, ob wir nicht Nico gegen Bilbija stellen wollen. Wir haben das dann in Absprache mit dem Trainer entschieden“, sagt Mansfeld.

Vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit sei am Sonnabend das große Plus gewesen. „Das ist eigentlich von jeher unsere Stärke. Aber wir haben das nicht durchgängig auf die Platte bekommen. Diesmal aber besonders“, so Marco Mansfeld weiter. Zwei, drei Ballverluste im Vorwärtsgang hat es gegeben. Mehr nicht. Eine extrem starke Quote.

Allerdings hatten die Niedersachsen mit Pascal Kinzel und Mustafa Wendland auch zwei starke Keeper zwischen den Pfosten, denen die Bernburger tatsächlich erst in den letzten zehn Minuten den Nerv ziehen konnten. Erwähnt sei noch Nikolas Berends, der eigentlich seinen Abschied zum 1. Dezember angekündigt, aber noch einmal verschoben hatte. Er steuerte sechs Treffer bei - klasse!

SVA: Link, Mohs - Cieszynski (5), Marschall, Friedrich (1), Ackermann (2), Schulze (2), Sliwka (6), Grafenhorst (1), Berends (6), Richter (12/6).

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