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13.11.2017

Zu viel Ballast

VON TOBIAS GROSSE

BERNBURG/MZ - Als Florian Link am Samstagnachmittag an der Bruno- Hinz- Halle ankam, wurde er direkt überrascht. Der Torhüter des Handball-Drittligisten SV Anhalt Bernburg hatte die ganze Woche grippebedingt beim Training gefehlt und ging daher davon aus, das Heimspiel gegen Eintracht Baunatal auf der Bank hinter Max Folchert zu starten. Und die etatmäßige Nummer eins war Sonnabend auch da. Nur: Lief sie vor, während und nach der 27:33-Niederlage geschient und unrund durch die Halle.
 
Im Abschlusstraining am Freitagabend hatte sich der 24-Jährige verletzt. Er war bei der Erwärmung mit links umgeknickt - ohne Fremdeinwirkung. "Man hätte die Gesichter der anderen Jungs sehen müssen, die Köpfe waren sofort unten", sagte Interimstrainer Enrico Nefe nach dem Samstags-Spiel. Folchert ist innerhalb kürzester Zeit der fünfte Anhalt-Spieler mit Problemen am Knöchel. Kilian Kraft und Lucas Marschall fielen deswegen auch aus, Mare Godon und Julian Schulze spielten angeschlagen.

Florian Link - zur Erinnerung: der die ganze Woche krank war - erfuhr erst bei seiner Ankunft, dass er ran muss. Und das, klar, er viel Verantwortung hat. Mit Sebastian Eckert saß zwar noch der Torwart der zweiten Mannschaft auf der Bank, der hatte aber auch schon das Landespokalspiel mit der Reserve in den Knochen.
 
Link hatte also nicht viel Zeit, die neue Situation zu verarbeiten. "Ich habe mich aber ganz gut gefühlt", sagte der 20-jährige Sommerzugang im Anschluss. Er hatte seine Sache zuvor ganz ordentlich gemacht, acht, neun Bälle gehalten, auch ein, zwei. schwierige. Nur reichte das nicht, da die ganze Personalsituation für den SVA zu viel Ballast war.

Zum einen war die schwindende Kraft zu sehen - aber auch die Alternativlosigkeit, andere Dinge nicht probieren zu können. Heraus kamen Phasen wie kurz vor der Pause, wo in zweieinhalb Minuten aus einem 13:14 der 14:17-Halbzeitrückstand wurde. "Unsere Schwächeperioden waren länger als die Baunatals", sah Nefe als einen Grund für die Pleite.

Wie gravierend Folcherts Verletzung ist, wird sich bei weiteren Untersuchungen Anfang der Woche zeigen. Anhalt geht personell am Stock. "Da müssen wir durch", sagte Florian Link. Zumindest er klang wieder gesund.

SVA: Eckert, Link; Cieszynski (10). Pulay 0/4), Friedrich (3), Ackermann, Schneider (2), Heyer (1), Godor: (3), Schulze.Richter (2)

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