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23.09.2019

Zu viele Fehler im Aufbau

VON DETLEF LIEDMANN

Kein Durchkommen für Radek Sliwa. (FOTO/MZ: Sven Brückner)

BERNBURG/MZ - Etwas mehr als 50 Minuten waren in der Bruno Hinz Halle gespielt, da sah Rostocks Dennis Mehler nach einem rüden Foul die Rote Karte.15:22 hieß es aus Bernburger Sicht. Doch statt die Überzahl auszunutzen, kassierte Anhalt zwei weitere Gegentreffer. Am Ende ging das Drittligaspiel gegen den Primus 20:28 verloren.

Weil wir nicht mehr spielen hatte, Andreas Schubert ausgemacht. Er sitzt immer ganz nah dran am Spielfeld, passt als Ordner auf, dass verspätete Zuschauer auf dem Weg zurück zu ihren Platzen den beiden Zeitnehmern nicht in die Quere kommen.

Dabei hatten die Gastgeber vor 365 Zuschauern ganz stark angefangen, hielten der Rostocker Anfangsoffensive stand. Fünf Minuten ließen die Bernburger keinen Treffer zu, gingen ihrerseits durch Nico Richter per Siebenmeter in Führung. Zuvor hatte er schon einmal vom Punkt verworfen, war am bärenstarken Empor-Keeper Leon Mehler gescheitert. Dieser sollte sich im weiteren Verlauf zum Bernburger Albtraum entwickeln. Doch zunächst schien der Anhalt-Plan aufzugehen. 3:3 stand es nach neun Minuten, 5:5 nach 16. Das Spiel so lange wie möglich offenzuhalten, hatte Trainer Martin Ostermann gefordert. Damit es dann ungemütlich wird für die Gäste. Auch durch die Unterstützung der heimischen Fans. Doch wo waren diese? Während im Gästeblock getrommelt wurde wie wild, war auf der Gegenseite nichts zu hören. Keine Pauken. Erst ab der 38. Minute waren Anhalts Trommler präsent. Da hieß es 10:16 aus Bernburger Sicht. Einige wollen gehört haben, die Edelfans waren bis dato bei einem Feuerwehreinsatz.

Beim 5:5 (16.) hatten die Gastgeber letztmalig ausgleichen können. Dann zogen die Hansestädter über ein 8:5 und 9:6 bis zur Pause auf 12:8 in Führung.

Begünstigt wurde das durch mehrere Faktoren. Da waren zum einen zu viele technische Fehler in den Bernburger Reihen, insbesondere bei Gegenstößen. Zudem kamen die Hausherren mit der aggressiven und offensiven Deckungsarbeit der Gäste später immer schwerer zurecht. Der ballführende Spieler wurde permanent attackiert. Mal verteidigten die Rostocker im 6:0-, dann im 5:1-, 4:2- oder 3:3-System. So fand Anhalts Rückraum kaum Anspielstationen. Und Keeper Mehler hatte einen Sahnetag, kaufte den Bernburgern immer wieder den Schneid ab, besonders, wenn sie über die rechte Außenposition kamen. Und über die kamen sie oft. Mussten sie kommen, weil in der Mitte und am Kreis später kaum was ging. Anhalts Keeper Moritz Stemmler und Florian Link waren beileibe nicht schlecht, aber Mehler besser.

Dass den Schiedsrichtern Felix Pusch und Stefan Weiße in dieser Phase zwei klare Fehlentscheidungen unterliefen trug auch nicht unbedingt zur Beruhigung des Spiels bei. Was nützt es da, wenn beide mittels Headset kommunizieren? Doch ihnen die Niederlage ankreiden zu wollen, wäre töricht. Die Gründe müssen die Bernburger, bei denen Mislav Grgic (Schulter) nicht mitwirken konnte, bei sich suchen.

Auf der Abwehrleistung können wir aufbauen. Aber im Angriffsspiel haben wir es nachher richtig schlecht gemacht"; so Betreuer Marco Mansfeld. Wir haben, jedenfalls kräftig mitgeholfen, dass Rostock als Spitzenreiter seine weiße Weste gewahrt hat“, sagte er. Allein in der 53. Minute scheiterten Marc Godon und Julian Schulze dreimal an Mehler. Zudem wurden drei Siebenmeter verworfen und Schulze traf zweimal den Pfosten

Mit Burgdorfs Zweiter wartet am Samstag die nächste schwere Heimaufgabe, zumal die Erste der Gäste schon am Donnerstag in der Bundesliga gegen Flensburg spielt. Da weiß keiner, wer aufrückt aus dem Vorzeigeteam.

SVA: Stemmler, Link - Marschall (1) Friedrich (1) Ackermann, Schulze (2) Sliwka (3) Grafenhorst (1), Coßbau, Pavlovic (2), Richter (4/2), Godon(4)

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