Einen Tag eher Ferien

Der kleine Adam strahlte über das ganze Gesicht. Der Erstklässler bekam schon einen Tag vor seinem siebenten Geburtstag ein schönes Geschenk. „Am Freitag, wenn ich sieben Jahre werde, gibt es Zeugnisse. Aber eigentlich habe ich jetzt schon Ferien.” „Denn es gibt für mich nichts Schöneres, als den ganzen Tag Handball zu spielen“, erklärte der Erstklässler aus der Grundschule Regenbogen, dessen Bruder Alim ihn zu dieser Sportart gelockt hat. In der F-Jugend des SV Anhalt erlernt Adam das Handball-ABC bei Bernd Müller, Conny Welzel und Moritz Knoche.

Seit drei Jahren kurbelt Claus Luther die Nachwuchsarbeit im Handball wieder an. Am Donnerstag machte er bereits zum dritten Mal Station in der Regenbogenschule, um die Grundschüler mit dem Projekttag für das kleine runde Leder zu begeistern. „Ich kann mich nur für die Unterstützung bei den Jungs von der ersten Männermannschaft, bei den Nachwuchstrainern Moritz Knoche und Dieter Schwitkowski sowie bei der Direktorin Christina Spangenberg bedanken. Bei ihr habe ich mit meinem Anliegen offene Türen eingerannt“, erklärte der Nachwuchskoordinator des SV Anhalt. Die Pädagogin ist nicht nur selbst sportlich als Läuferin aktiv, sie besitzt auch eine Dauerkarte für die Heimspiele des SV Anhalt. Und lebt das Motto ihrer Lehreinrichtung „Bewegte Schule“ selbst vor.

Einige Schüler haben durch die beiden bisher ausgetragenen Projekttage bereits den Weg zum SV Anhalt gefunden. „Es ist eine Situation, von der sowohl unsere Schule als auch der Verein profitiert. Die Kinder können ihre Idole hautnah erleben“, so Christina Spangenberg. Bei der dritten Auflage des Projekttages standen „Scharfschütze“ Nico Richter, „Hexer“ Florian Link und „Abwehrhai“ Niklas Friedrich als Übungsleiter für die 120 Grundschüler auf dem Parkett der Sporthalle „Eichenweg“. An insgesamt fünf Stationen (Koordination, Dehnübungen, Spielformen ohne Ball, Dribbel-Parcours und Ballspiele) konnten sich die Erst- bis Viertklässler den ganzen Donnerstagvormittag austoben. Neben Adam auch weitere Kinder, die bereits beim SV Anhalt regelmäßig trainieren, in den Winterferien am Handballcamp teilnehmen und vielleicht auch am Samstag, 17 Uhr, auf der Tribüne der Bruno-Hinz-Halle sitzen.

Dann fordert die erste Männermannschaft mit Richter, Link und Friedrich den Tabellenvierten TSV Altenholz heraus. Ein Punktgewinn wäre für die auf dem zehnten Platz liegenden Saalestädter im Kampf gegen den Abstieg sehr hilfreich. In der Topmannschaft spielt derzeit kein gebürtiger Bernburger. Claus Luther und die vielen ehrenamtlichen Trainer arbeiten daran, dass in vier bis fünf Jahren wieder ein Eigengewächs in der dritten Liga mitmischen kann. „Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass der SV Anhalt keine Sportschule im Rücken hat und ein stinknormaler Stadtverein ist. Trotzdem ist es unser Ziel, wieder Jungs und Mädchen aus dem eigenen Nachwuchs in unsere ersten Mannschaften zu bringen“, so der Nachwuchskoordinator.

Der Projekttag in der Grundschule Regenbogen ist dafür ein kleiner Mosaikstein in dem großen Puzzle. Und vielleicht schafft auch der kleine Adam eines Tages den Sprung nach ganz oben.

Quelle: MZ-Bernburg / Carsten Roloff

Neue Reize für Nachwuchs

Viele Kinder und Jugendliche zieht es in den Winterferien in die Berge. Rasante Abfahrten auf den Skipisten sind eine der beliebtesten Beschäftigungen. Doch bei denjenigen, die daheim bleiben müssen, weil Mutti oder Vati keinen Urlaub erhalten haben, kommt auch keine Langeweile auf. Der SV Anhalt Bernburg veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Kindersport- Akademie und dank der Unterstützung vieler Sponsoren zum zweiten Mal ein Handballcamp. Die acht- bis zwölf jährigen dürfen sich vom 10. bis zum 12. Februar von 9.30 bis 16 Uhr auf dem Parkett der Bruno- Hinz-Halle austoben. Die letzten beiden Werktage in der Ferienwoche sind zur selben Zeit den Jugendlichen (bis 17 Jahre) vorbehalten.

Während das Kindercamp bereits aus allen Nähten platzt und ausgebucht ist, stehen bei den Teenagern noch einige freie Plätze zur Verfügung. “Wir haben im vergangenen Jahr bei der Premiere einen kleinen Versuchsballon steigen lassen, der nicht geplatzt ist. Ich freue mich über die große Nachfrage, die ich so nicht unbedingt erwartet hatte”, erzählte Claus Luther, der seinen ehemaligen Teamkollegen in der Junioren – Nationalmannschaft, Dragos Oprea, für eine Woche erneut von Baden-Württemberg in die Saalestadt locken konnte. Der ehemalige Auswahlspieler ist als Abteilungsleiter Handball bei der Deutschen Kindersport-Akademie tätig und hat über die ganzen Jahre stets eng im Kontakt mit dem Nachwuchskoordinator des SV Anhalt gestanden.

“Ich bin froh, dass Dragos mit an Bord ist. Wir wollen mit dem Handballcamp zwar die breite Masse ansprechen, wissen aber auch, dass es besonders bei Kindern begehrt ist, die in dieser Sportart aktiv sind”, sagte der ehemalige Zweitliga-Profi des SV Anhalt, der dabei auch noch einen anderen Aspekt im Auge hat. “Wir können unseren Handballern, die sich entwickeln wollen, mit dem Camp etwas Besonderes anbieten. Hier werden andere Übungen und Spielformen praktiziert als im alltäglichen Training.” Auch Luther selbst findet für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Coach einige Anregungen in den Winterferien.

Natürlich hat der Nachwuchs-Koordinator mit großem Interesse die Handball- Europameisterschaft verfolgt, zumal einer seiner ehemaligen Auswahlgefährten bei Deutschland zwischen den Pfosten stand und maßgeblich zum fünften Platz beitrug. Cl aus Luther, Dragos Oprea und Deutschlands EM-Keeper Johannes Bitter bestritten in der Juniorenauswahl mehrere Länderspiele gemeinsam.

Außerdem ist Luthers Tochter Elina, die ebenfalls am Camp teilnimmt, ein großer Fan von “Jogi” Bitter. Wie ihr großes Vorbild steht Elina auch im Kasten bei den E-Junioren vom SV Anhalt eine der vier Nachwuchsmannschaften des Vereins, die im Wettkampfbetrieb sind. Nächste Saison kommen zwei weitere Mannschaften dazu. Das Handball-Camp ist ein wichtiger Grundpfeiler der Förderung des Nachwuchses in der Saalestadt.

Quelle: MZ-Bernburg / Carsten Roloff